Festnahme durch Undercover-Cops US-Bürgermeister wollte Meth gegen Sex tauschen

Der Bürgermeister der US-Stadt Fairfax ist festgenommen worden. Er hatte versucht, zwei Gramm Crystal Meth gegen Sex zu tauschen. Dummerweise geriet er an verdeckte Ermittler.

Der Bürgermeister und seine mutmaßlichen Meth-Lieferanten
AP/ Fairfax County

Der Bürgermeister und seine mutmaßlichen Meth-Lieferanten


Die Stadt Fairfax im Bundesstaat Virginia hat einen handfesten Skandal. Bürgermeister Richard "Scott" Silverthorne wollte sich laut Polizei mit Männern in einem Hotel zum Sex treffen - und dafür mit der Droge Crystal Meth bezahlen. Bei einem dieser Treffen wurde der 50-Jährige festgenommen. Er hatte sich mit verdeckten Ermittlern verabredet, die sich als mögliche Sexualpartner ausgaben.

Die Ermittler hatte er über eine Website kennengelernt, auf der sich Männer zu sexuellen Treffen verabreden. Das teilte die Polizei bei einer Pressekonferenz mit. Ein Polizist habe ein Profil angelegt; Silverthorne habe zwei Tage später Kontakt aufgenommen. Es seien SMS ausgetauscht worden, dann habe Silverthorne gesagt, er könne Meth im Gegenzug für sexuelle Begegnungen beschaffen. Es gab laut Polizei Hinweise, dass der Politiker bereits bei früheren Kontakten mit Meth für Sex bezahlt habe.

Bei dem Treffen im Hotel sahen Ermittler, wie Silverthorne zwei Meth-Lieferanten traf. Er wurde festgenommen, nachdem er Polizisten die Droge gegeben hatte. Die Lieferanten Silverthornes wurden ebenfalls festgenommen.

Silverthorne hat laut Polizei alles gestanden. Er wurde frei gelassen und muss sich nun wegen der Verbreitung von Drogen und des Besitzes von Gegenständen zum Drogenkonsum verantworten.

Seinen Posten als Bürgermeister ist er los. Ein Mitglied des Stadtrats wurde zum neuen Bürgermeister ernannt. Nebenbei arbeitete Silverthorne als Lehrer. Nach seiner Festnahme darf er dies auch nicht mehr tun.

Im Januar hatte Silverthorne der "Washington Post" gesagt, er habe ein schreckliches Jahr hinter sich. Damit bezog er sich auf gesundheitliche und finanzielle Probleme - unter anderem musste er Privatinsolvenz anmelden; zudem wurde sein Haus zwangsversteigert.

Silverthorne war erst im Mai zum zweiten Mal wiedergewählt worden. Sein Vater war in den Siebziger- und Achtzigerjahren Bürgermeister von Fairfax. Die Stadt mit rund 24.000 Einwohnern liegt rund 35 Kilometer westlich von Washington D.C.

ulz/AP



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