Mutmaßliche Einbrecher US-Hausbesitzer erschießt drei Teenager

In Georgia sind drei maskierte Minderjährige bei dem Versuch, auf ein Privatgrundstück vorzudringen, erschossen worden. In dem US-Bundesstaat gelten Notwehrgesetze, die tödliche Waffengewalt erlauben.

Conyers im US-Bundesstaat Georgia: Polizisten bereiten einen Drohnenflug über den Tatort vor
John Spink/Atlanta Journal-Constitution/AP/dpa

Conyers im US-Bundesstaat Georgia: Polizisten bereiten einen Drohnenflug über den Tatort vor


Am Montagmorgen gegen vier Uhr sollen drei maskierte Jugendliche auf ein Grundstück in Conyers im US-Bundesstaat Georgia vorgedrungen sein. Dem örtlichen Sheriff zufolge sollen sie vorgehabt haben einzubrechen.

Aus bisher ungeklärten Gründen soll es zu einem Schusswechsel gekommen sein, bei dem die drei Teenager getötet wurden. Die Polizei von Rockdale County geht davon aus, dass einer der jungen Leute eine Waffe zog und auf den Hausbesitzer schoss. Dieser habe daraufhin seinerseits Schüsse abgegeben und die 15, 16 und 16 Jahre alten Jugendlichen getötet.

"Die Opfer des versuchten Raubüberfalls sind alle unverletzt", hieß es in einem Statement des Sheriffbüros. Einer der mutmaßlichen Einbrecher erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen, die anderen beiden starben im Krankenhaus.

Ein Nachbar habe zur Tatzeit Hilfeschreie gehört, berichtete der Sender CNN. Jemand habe "Hilf mir, ich sterbe" gerufen, sagte ein Mann namens Brian Jenkins.

Der Hausbesitzer wird als "netter, fürsorglicher Kerl" beschrieben: "Wenn sie an der Tür geklopft und ihn um irgendetwas gebeten hätten, hätte er es ihnen gegeben", zitiert der Sender KSLA eine Nachbarin.

Die getöteten Teenager sollen aus der Gegend stammen, zwei von ihnen waren offenbar Brüder. Es seien zwei Waffen auf dem Grundstück gefunden worden, sagte Sheriff Eric Levett.

Bisher gab es keine Festnahmen. Die Polizei untersucht, ob ein Fall von Notwehr vorliegt. In Georgia und zahlreichen weiteren US-Bundesstaaten gelten die sogenannten Stand-Your-Ground-Gesetze. Sie erlauben es einem Bürger, sich mit Gewalt gegen einen potenziell lebensbedrohlichen Angriff zu wehren. Kritiker bemängeln, dass diese Gesetze der Selbstjustiz und dem Schusswaffengebrauch Vorschub leisten und damit zu mehr Tötungen führen.

ala



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