US-Bundesstaat Michigan Zwölfjährigem droht lebenslange Haftstrafe

Er tötete bei einem Raubüberfall im US-Bundesstaat Michigan eine junge Frau: Nun droht Demarco Harris eine lebenslage Haftstrafe - obwohl er erst zwölf Jahre alt ist. Der Junge könnte nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden.


Demarco Harris ist erst zwölf Jahre alt, aber er hat schon ein Menschenleben auf dem Gewissen. Bei einem Raubüberfall am 1. August soll er eine 24-Jährige mit einem Schuss in die Brust tödlich verletzt haben. Nun sitzt er in der Jugendhaftanstalt des Landkreises Wayne County im US-Bundesstaat Michigan mit anderen Jugendlichen - und soll aber vielleicht wie ein Erwachsener bestraft werden.

Sein Fall wird vor dem Jugendrichter verhandelt. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft trotz des jungen Alters nach Erwachsenenrecht Anklage gegen den Zwölfjährigen erhoben. Jene Anklageschrift ermöglicht es dem Richter nach dem im US-Staat Michigan gültigen Recht, den Jugendlichen auch nach dem Erwachsenenstrafrecht zu verurteilen. Damit wäre eine Aussetzung zur Bewährung ausgeschlossen, wie Behördenvertreter erklärten.

Kurz nach Mitternacht soll Demarco Harris an jenem 1. August die 24 Jahre alte Trisha Babcock so schwer verletzt haben, dass sie starb. Die junge Frau war nach Detroit gekommen, um dort als Tänzerin zu arbeiten. Sie saß in einem parkenden Auto, hinter dem Lenkrad, als Harris ihr in die Brust schoss. Kurz darauf erlag sie ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus.

"Die Dinge haben sich geändert", kommentierte Polizei-Chef Warren Evans den Fall Harris. Er selbst habe nicht über Nacht vor die Tür gehen dürfen, als er in Harris' Alter gewesen sei. Demarco Harris sei außerdem kein unbeschriebenes Blatt: Er soll schon mehrfach gegen das Gesetz verstoßen haben.

Woher der Zwölfjährige die Waffe überhaupt hatte, ist bisher nicht geklärt. Gefunden werden konnte sie bisher nicht.

Zum Motiv, das Harris hatte, konnten die Ermittler zunächst nichts sagen. Polizei-Chef Evans betonte jedoch, die Jugendlichen seien zunehmend frustriert - zudem seien schlichtweg "zu viele Waffen" in den Händen junger Leute.

jjc



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