US-Prozess Kinder verklagen Mutter wegen fehlender Geschenke

Sie rückte zu wenig Taschengeld raus, kaufte nicht genug Geschenke und bestellte die Tochter um Mitternacht nach Hause: Kimberly Garrity hat als Mutter so ziemlich alles falsch gemacht, finden zumindest ihre beiden inzwischen erwachsenen Kinder - und haben sie verklagt.
Von Anne Alichmann

Kein Geld für Disconächte, kein teures Kleid für den Abschlussball, keine Verpflegungspakete in den ersten Semestern am College: Weil ihre Mutter Kimberly Garrity sie schlecht behandelt haben soll, zogen Steven Miner, 23, und Kathryn Miner, 20, vor Gericht. Der Vorwurf, den die Geschwister gegen ihre Mutter aus dem US-Bundesstaat Illinois richten: emotionaler Missbrauch. Ihre Forderung: 50.000 Dollar Schmerzensgeld. Einer ihrer Anwälte: der Vater. Doch der Richter wies die Klage ab.

Alles soll mit der Scheidung der Eltern im Jahr 1995 begonnen haben. Der damals siebenjährige Steven und die vierjährige Kathryn zogen nach der Trennung zu ihrem Vater - doch die Mutter wollte sich mit der Situation angeblich nicht zufriedengeben. Um sich an ihrem Ex-Mann zu rächen, habe sie ständig versucht, die Kinder gegeneinander auszuspielen, heißt es in der Anklage.

So habe sie bewusst mal ihren Sohn bevorzugt, mal ihre Tochter: Kathryn schenkte sie Kleidung und Spielzeug, während ihr Bruder leer ausging. Steven durfte zu einer Autoshow, während seine Schwester zu Hause bleiben musste.

Die Anwältin der Mutter freut sich über die Entscheidung des Gerichts

Die Liste der Beschuldigungen ist lang: Die Geschwister klagten zum Beispiel wegen fehlender Weihnachtsgeschenke, strenger Ausgehzeiten und zu wenig Geld für Disconächte. Kimberly Garrity habe sich außerdem geweigert, ihrer Tochter ein Kleid für den Abschlussball zu kaufen, und habe ihrem Sohn in den ersten Semestern am College keine Verpflegungspakete geschickt.

Auch habe sie durch die Änderung ihres Nachnamens nach der Scheidung auf Schulveranstaltungen für unnötige Verwirrung gesorgt, beschwerten sich die beiden Kinder. Bei einer Autofahrt habe die Mutter Steven einmal gebeten, sich anzuschnallen. Als dieser sich weigerte, habe sie gedroht, die Polizei zu rufen. Auch darüber mokierten sich die Kinder.

Für Ärger sorgte auch eine Geburtstagskarte. "Mein lieber Sohn, ich schicke dir diese Karte, weil sie genauso ist wie du es bist - anders als alle anderen", schrieb Kimberly Garrity laut "Chicago Tribune" . Den Kindern allerdings reichte das nicht. Sie monierten, dass die Mutter kein Bargeld in den Umschlag steckte.

Die Aufzählung dessen, was die Kinder ihrer angeblichen Rabenmutter vorwerfen, mutet abstrus an. Die Klage der Geschwister war in erster Instanz abgewiesen worden, die beiden gingen in Berufung. Doch auch dieses Mal hatte der Richter kein Verständnis für das Anliegen der beiden inzwischen erwachsenen Kinder.

"Nach einer Scheidung einen verbitterten Kampf um das Sorgerecht zu führen und einzelne Kinder zu bevorzugen, ist vielleicht kein vorbildliches Verhalten von Eltern, aber es überschreitet auch nicht alle Grenzen des Anstands", heißt es in dem Beschluss des Gerichts, der in der vergangenen Woche veröffentlicht worden ist.

"Wir sind sehr froh über die Entscheidung", sagte Garritys Anwältin Shelley Smith laut ABC News. Die Klage bezeichnete die Juristin demnach als "Litanei kindischer Beschwerden", sie sei zudem ein Ausdruck der "Undankbarkeit".

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