Morde in jüdischen Einrichtungen US-Richter verurteilen 74-jährigen Antisemiten zum Tod

Aus Hass auf Juden tötete Frazier Glenn Cross drei Menschen in Kansas. Jetzt soll er durch die Giftspritze sterben. Sein letzter Auftritt vor Gericht geriet zur Farce.

Frazier Glenn Cross: Uneinsichtig bis zum Schluss
AP

Frazier Glenn Cross: Uneinsichtig bis zum Schluss


In den USA ist der Antisemit Frazier Glenn Cross zum Tode verurteilt worden. Der 74-Jährige hatte im April vorigen Jahres bei Angriffen auf jüdische Einrichtungen drei Menschen erschossen. Nach dem Willen der Richter im Bundesstaat Kansas soll Cross wegen mehrfachen Mordes nun durch die Giftspritze sterben.

Die Opfer von Cross waren ein Junge im Alter von 14 Jahren, sein 69-jähriger Großvater und eine 53-jährige Frau. Die Taten geschahen in Kansas auf dem Gelände einer jüdischen Gemeinde und vor einem jüdischen Altenheim.

Der Angeklagte ist ein früheres Mitglied des rechtsextremen Ku-Klux-Klans. Bei der Verlesung des Urteils schrie er den Richter an und wurde aus dem Gerichtssaal gebracht. Dabei zeigte er den Hitlergruß.

Während der Verhandlung sagte Cross, er habe Juden töten wollen, weil er davon überzeugt sei, dass sie Medien, Regierung und Finanzwelt kontrollierten. Er forderte, freigelassen zu werden. Reue empfinde er nur deshalb, weil die Getöteten Christen waren. Er habe Juden töten wollen, keine Christen. Der frühere Soldat nannte sich einen Patrioten.

Während der Verhandlung waren auch Angehörige und Freunde der Opfer anwesend. Einer von ihnen sagte an Cross gewandt: "Sie sind ein Feigling. Sie sind kein Patriot. Sie schänden die Uniform, die Sie einst trugen." Eine andere Hinterbliebene sagte: "Wir sind hier, um sicherzugehen, dass diese Stimme des Bösen für immer schweigt."

sms/AFP/Reuters



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