Nach dem Todesurteil Boston-Bomber will neuen Prozess

Wegen des Attentats auf den Boston-Marathon wurde Dschochar Zarnajew zum Tode verurteilt. Doch seine Anwälte wollen das Verfahren neu aufrollen.

Dschochar Zarnajew: Boston-Bomber will Todesurteil abwenden
REUTERS

Dschochar Zarnajew: Boston-Bomber will Todesurteil abwenden


Der zum Tode verurteilte Boston-Bomber Dschochar Zarnajew will das Urteil gegen ihn vor Gericht anfechten. Einen entsprechenden Antrag stellten seine Verteidiger. Ein ausführlicher Schriftsatz soll bis Mitte August eingereicht werden. Durch das Berufungsverfahren könnte sich der Fall noch über Monate oder gar Jahre hinziehen.

Zarnajew, 21, hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Boston-Marathons zwei Sprengsätze gezündet. Durch die Explosion wurden drei Menschen getötet und 260 verletzt. Eine Geschworenenjury sprach das Todesurteil im Mai. Bei der formellen Verlesung des Urteils vor zwei Wochen hatte Zarnajew die Tat gestanden.

Der Einfluss des älteren Bruders

Die Zarnajew-Brüder stammen aus einer tschetschenischen Familie und waren als Kinder mit ihren Eltern in die Vereinigten Staaten eingewandert. Dschochar Zarnajew ist seit 2012 US-Staatsbürger und studierte an der University of Massachusetts in Dartmouth Meeresbiologie.

Sein älterer Bruder Tamerlan kam auf der Flucht nach dem Attentat ums Leben. Er hatte sich dem radikalen Islam zugewandt und soll bei einem Aufenthalt im Kaukasus Anfang 2012 Kontakt zu extremistischen Gruppen gehabt haben. Die Verteidigung hatte argumentiert, dass Dschochar unter dem Einfluss seines Bruders gehandelt habe, konnte damit das Todesurteil aber nicht abwenden.

sms/dpa/AFP/AP

insgesamt 18 Beiträge
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herbert 07.07.2015
1. Das hätte er sich vorher überlegen sollen !
Diese Sorte von hasserfüllten Menschen sind eine Bedrohung für die Menschheit! In den USA herrscht nun mal die Todesstrafe, auch das war im klar bei seinem Attentat!
mk1966 07.07.2015
2.
Da kann es doch gar nichts anderes geben als die Todesstrafe. Bei uns wär er nach 15 Jahren wieder draußen, wohl genährt, fortgebildet, "resozialisiert", um fortan Wohnen und Essen vom Sozialamt gesponsert zu bekommen. In den USA hängt man solche Killer auf. Mir ist die amerikanische Gerechtigkeit lieber als der schwache deutsche Rechtsstaat, über den die Verbrecher nur noch müde lächeln.
aktiverbeobachter 07.07.2015
3. ?
was gibts da neu zu verhandeln. Spart das Geld und vollstreckt das Urteil !
lupidus 07.07.2015
4.
können seine opfer auch in berufung gehen ? leider nein. über sie hat er das urteil bewußt gefällt. er wollte so viele menschen töten wie möglich. und nun will er die konsequenzen nicht akzeptieren. das ist bildhaft für terroristen. die meisten entziehen sich diesem dilemma indem sie sich gleich selbst "opfern".
Spiegelleserin57 07.07.2015
5. wozu eine Debatte darüber..
es ist die Angelegenheit der Gerichte und die der Anwälte. Dazu gibt es keinen Kommentar! Aufällt dass dies hier diskutiert werden soll wo sonstige Verfahren kein Forum besitzen.
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