Rassistische Aktion Holzkreuz abgebrannt - elf Jahre Haft für US-Amerikaner

Er wollte einem afroamerikanischen Teenager Angst machen - und zündete ein Holzkreuz vor dessen Haus an: Für die Tat in Manier des Ku-Klux-Klans muss ein 38-Jähriger in den USA nun lange ins Gefängnis.

Brennendes Kreuz (Symbolbild): Rassistisch motivierte Tat wird hart bestraft
Johnny Milano/REUTERS

Brennendes Kreuz (Symbolbild): Rassistisch motivierte Tat wird hart bestraft


Der Richter wurde deutlich: "Das ist eine große Sache", gerade im Süden der USA, erklärte Keith Starrett nach Angaben der Zeitung "USA Today". Wenig später verurteilte das Gericht einen Mann, der wie beim rassistischen Ku-Klux-Klan ein Holzkreuz verbrannt hatte, zu elf Jahren Haft.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 38-jährige Angeklagte im Oktober 2017 zusammen mit einem Komplizen in Seminary im Bundesstaat Mississippi ein Holzkreuz gebaut und angezündet hatte.

Der Mann hatte sich im April schuldig bekannt und eingeräumt, dass er mit der Aktion einem Jugendlichen und anderen schwarzen Bewohnern des Orts Angst machen wollte. "Ich möchte alle wissen lassen, dass ich nicht stolz bin, auf das was passiert ist. Ich kann nicht glauben, dass ich so etwas getan habe", sagte der Angeklagte vor dem Schuldspruch.

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Er habe die Dorfbewohner ausschließlich wegen ihrer "Rasse" terrorisiert, erklärte der Bürgerrechtsbeauftragte im US-Justizministerium, Eric Dreiband. Auch der Komplize bekannte sich schuldig, sein Strafmaß soll im November verkündet werden.

Opfer war erst 16 Jahre alt

Der 1866 nach dem US-Bürgerkrieg gegründete Ku-Klux-Klan hatte ab den Zwanzigerjahren immer wieder Kreuze angezündet - als Symbol bei Versammlungen und zur Einschüchterung von Schwarzen. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 2003 in einem Grundsatzurteil entschieden, das Verbrennen von Kreuzen unter bestimmten Bedingungen als Straftat zu werten. Die Anklage muss dabei aber im Einzelfall nachweisen, dass dadurch andere Menschen eingeschüchtert werden sollen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine noch längere Haftstrafe für den Mann gefordert. Dabei habe das Gericht besonders zu beachten, dass das Opfer zum Tatzeitpunkt erst 16 Jahre alt gewesen sei und die zehnte Klasse besucht habe.

jok/AFP

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