USA Kirche zahlt 660 Millionen Dollar an Missbrauchsopfer

Rekordentschädigung in Millionenhöhe: Missbrauchsopfern von Geistlichen will die Erzdiözese von Los Angeles im Schnitt rund 1,3 Millionen Dollar zahlen. Der Kardinal bat die Opfer des Missbrauchs öffentlich um Entschuldigung.

Los Angeles - Im Missbrauchsskandal der US-amerikanischen katholischen Kirche will die Erzdiözese von Los Angeles die bisher höchste Summe an die Opfer sexueller Gewalt seitens Priester zahlen. Kurz vor Beginn des ersten Prozesses am Montag haben die Erzdiözese und die Anwälte der mehr als 500 Kläger gestern eine außergerichtliche Einigung erzielt, sagte der Hauptanwalt Ray Boucher. Die beiden Parteien werden heute Morgen eine Stellungnahme veröffentlichen und morgen eine Pressekonferenz einberufen. Für morgen war bislang der Auftakt des Prozesses geplant.

Dem Vernehmen nach soll die Gesamtsumme 660 Millionen Euro betragen und übertrifft damit frühere Angaben, die von 600 bis 650 Millionen Dollar berichteten. Im Schnitt soll jeder Betroffene eine Entschädigung von etwas über 1,3 Millionen Dollar erhalten. Auch sollen der Vereinbarung zufolge vertrauliche Dokumente über die beklagten Priester freigegeben werden.

Die Einigung hätte den bislang größten finanziellen Wert im Fall von sexueller Misshandlung innerhalb der katholischen Kirche seit dem ersten öffentlichen Bekanntwerden solcher Vorfälle 2002 in Boston.

Der Kardinal von Los Angeles hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester öffentlich entschuldigt. So etwas hätte nie passieren dürfen, und er werde dafür sorgen, dass es nie wieder passieren könne, erklärte Roger Mohony heute an die Adresse der Betroffenen gerichtet. Er wünschte, er könnte ihnen ihre Unbefangenheit zurückgeben, auch wenn er wisse, dass dies unmöglich sei. Auch die nunmehr vereinbarte finanzielle Entschädigung könne dies letztlich nicht aufwiegen.

abl/AP

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