Urteil in den USA Schwules Paar hat Recht auf eine Hochzeitstorte

Der Konditor Jack Philipps weigerte sich, für die Hochzeit eines schwulen Paares zu backen. Das darf er nicht, entschieden jetzt Richter im US-Bundesstaat Colorado.
Bäcker Philipps: Keine Homo-Ehe, kein Halloween

Bäcker Philipps: Keine Homo-Ehe, kein Halloween

Foto: AP/dpa

Ein Konditor im US-Bundesstaat Colorado muss einem schwulen Paar eine Hochzeitstorte backen - auch wenn das gegen seine religiösen Überzeugungen verstößt. Der Besitzer des "Masterpiece Cakeshop", Jack Philipps, hatte die Torte 2012 verweigert. Das Paar reichte Klage ein.

Ein Berufungsgericht entschied, dass die Bäckerei gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen habe. Die persönliche Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe berechtige niemanden dazu, die Anti-Diskriminierungs-Regeln für Geschäfte in dem Bundesstaat zu missachten.

Dem Bäcker stehe es frei, zu seinen religiösen Überzeugungen zu stehen. Wenn Masterpiece allerdings "weiterhin Geschäfte im Staat Colorado machen möchte, dann verbietet das Gesetz, Kunden nach deren sexueller Orientierung auszuwählen". Im vergangenen Monat war eine Bäckerei im Bundesstaat Oregon in einem ähnlichen Fall zu 135.000 Dollar (121.000 Euro) Entschädigung verurteilt worden.

Der Verurteilte bestreitet Diskriminierung

Die Anwälte des Bäckers überlegen nach Angaben der "New York Times" , in Berufung zu gehen. Ihr Mandant diskriminiere keine Homosexuellen - sein Protest richte sich allein gegen die Eheschließung. Er weigere sich ebenso, Kuchen für Halloween zu backen, weil er das Fest mit dem Satan verbinde.

In einer historischen Entscheidung hatte der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) der USA Ende Juni die gleichgeschlechtliche Ehe überall in den Vereinigten Staaten erlaubt. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er ein Bundesgesetz gekippt, das die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definierte.

Der Widerstand gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ist in konservativ geprägten Bundesstaaten im Mittleren Westen und im Süden der USA weiter groß. In mehr als der Hälfte der Bundesstaaten dürfen sich Geschäftsleute mit Verweis auf ihre religiösen Überzeugungen weigern, homosexuelle Kunden zu bedienen. Anders als in Colorado schließen die Diskriminierungsverbote dort die sexuelle Orientierung nicht ein.

sms/AFP
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