Justizirrtum 33 Jahre unschuldig in Haft - US-Amerikaner freigesprochen

Mehr als drei Jahrzehnte verbrachte Keith Bush hinter Gittern - für einen Mord, den er nie begangen hatte. Nun hat ein US-Gericht ihn endlich für "unschuldig" erklärt.

Ein Sieg mit bitterem Beigeschmack: Keith Bush wird nach dem Freispruch vor Gericht von seiner Anwältin umarmt
James Carbone/ Newsday/ AP

Ein Sieg mit bitterem Beigeschmack: Keith Bush wird nach dem Freispruch vor Gericht von seiner Anwältin umarmt


Vor Gericht gibt es Siege, die viel zu spät kommen. Der Fall von Keith Bush ist so einer. 33 Jahre hatte der US-Amerikaner in Haft verbracht, bis er nun offiziell freigesprochen wurde, berichten Medien wie die "New York Times".

Der inzwischen 62-Jährige war als 17-Jähriger für den Mord an einer 14-Jährigen festgenommen worden. Er beteuerte stets seine Unschuld.

Bush saß bis 2007 im Gefängnis. Dann kam er auf "lebenslange Bewährung" frei, blieb aber als Sexualstraftäter registriert. Seither kämpfte er dafür, dass offiziell seine Unschuld anerkannt wird.

Jetzt ist sein Kampf zu Ende.

In dem Verhandlungssaal des Gerichts von Riverhead im Bezirk Suffolk im Bundesstaat New York brach Jubel aus, als der Richter erklärte: "Ich kann Ihnen nicht das zurückgeben, was Ihnen in den Siebzigerjahren genommen wurde." Er könne aber feststellen, dass Bush unschuldig sei. Keith Bush reagierte sichtlich bewegt: "Ich stehe demütig vor dieser Entscheidung."

44 Jahre liegen zwischen seiner Festnahme und dem Tag seines endgültigen Freispruchs. "Niemand wollte mir zuhören", sagt Bush. Das vermeintliche Geständnis, das er als Teenager unterschrieb, hatte er nie gelesen und vor Gericht bestritten. Wesentliche Inhalte passten nicht zum Tathergang und den forensischen Ermittlungsergebnissen. Erkenntnisse über einen weiteren Verdächtigen hielt die Polizei bei dem Prozess gegen Bush zurück. Die damaligen Richter glaubten Keith Bush nicht.

Alle Bemühungen um ein Wiederaufnahmeverfahren scheiterten. Selbst als sich herausstellte, dass DNA-Proben, die damals am Opfer gesichert worden waren, nicht zu Bush passten, wurde der Fall nicht wieder aufgerollt.

Der eigentliche Mordfall wird wohl nie endgültig aufgeklärt werden. Der einzige weitere Verdächtige ist inzwischen gestorben.

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