USA Neue Anhörung im Fall Abu-Jamal - Todesurteil ausgesetzt

Es ist einer der spektakulärsten US-Justizfälle: Jetzt hat ein Berufungsgericht eine neue Anhörung im Fall Mumia Abu-Jamal angeordnet. Das Ex-Mitglied der "Black Panthers" war 1982 wegen des Mordes an einem Polizisten zum Tode verurteilt worden - und beteuert seitdem seine Unschuld.

Washington - Das Todesurteil gegen Mumia Abu-Jamal ist zwar ausgesetzt, die Verurteilung wegen Mordes an einem Polizisten aus dem Jahr 1982 hielten die Bundesrichter in Philadelphia in ihrer nun bekanntgegebenen Entscheidung allerdings aufrecht.

Der Richterspruch eröffnet der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit, vor einem Geschworenengericht erneut die Todesstrafe gegen den Inhaftierten zu beantragen. Sollte sie darauf verzichten, würde Abu-Jamals Strafmaß automatisch in lebenslange Haft umgewandelt.

Abu-Jamal, früher Radiojournalist und Mitglied der radikalen "Black Panthers"-Bewegung, war 1982 wegen Polizistenmordes verurteilt worden. Sein Fall erregt seitdem weltweit große Aufmerksamkeit. Abu-Jamal wurde zur Symbolfigur im Kampf gegen die Todesstrafe - in den USA, aber auch in anderen Ländern.

Der inzwischen 53-Jährige beteuert seine Unschuld. Seine Unterstützer sehen ihn als Opfer eines unfairen und rassistisch voreingenommenen Justizsystems. Zweimal waren bereits Hinrichtungstermine angesetzt, wurden dann aber wieder aufgeschoben - zuletzt im Jahr 1999.

Abu-Jamals Anwalt Robert Bryan erklärte, er habe noch nie einen Fall gesehen, der so von Rassismus durchsetzt sei wie dieser. "Ich will einen Prozess und ich will ihn (Abu-Jamal) in Freiheit sehen. Seine Verurteilung war eine Farce."

pad/AFP/AP

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