Bei Floyd-Protesten New Yorks Bürgermeister verurteilt harten Polizei-Einsatz in seiner Stadt

Nach dem Tod von George Floyd gingen auch in New York viele Menschen auf die Straße. Bürgermeister de Blasio kritisierte das Vorgehen seiner Beamten, Präsident Trump fordert dagegen noch mehr Härte.
Die New Yorker Polizei ging hart gegen Demonstranten vor, die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd auf die Straße gingen

Die New Yorker Polizei ging hart gegen Demonstranten vor, die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd auf die Straße gingen

Foto: SHANNON STAPLETON/ REUTERS

Nach Protesten gegen Rassismus in New York hat Bürgermeister Bill de Blasio das harte Vorgehen der Polizei seiner Stadt kritisiert. Die Beamten seien "sehr heftig und grob" gewesen und hätten auch gegen friedliche Demonstranten Pfefferspray eingesetzt, sagte de Blasio. Der Politiker kündigte eine Untersuchung der Ereignisse an.

De Blasio verurteilte zugleich die Gewalt, die in der Nacht zu Samstag von einigen Demonstranten ausgegangen war. Manche seien mit dem Vorsatz gekommen, Polizisten zu verletzen, sagte er. "Das können wir absolut nicht hinnehmen." Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in der Stadt Minneapolis waren in New York rund 3000 Menschen auf die Straße gegangen. Dabei kam es in den Vierteln Manhattan und Brooklyn zu Ausschreitungen.

Mehr als 200 Menschen wurden festgenommen

Viele Demonstranten in New York trugen Plakate mit der Aufschrift "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen"), was George Floyd am Montag zu den Polizisten gesagt hatte, bevor er das Bewusstsein verlor. Ein weißer Beamter hatte bei der Festnahme in Minneapolis sein Knie minutenlang in den Hals des am Boden liegenden 46-Jährigen gedrückt.

Mehr als 200 Menschen wurden festgenommen, erklärte der Chef der New Yorker Polizei, Dermot Shea. Auf beiden Seiten habe es Verletzte gegeben. Eine Person schleuderte Shea zufolge einen Brandsatz in ein Polizeiauto, in dem vier Beamte saßen. Einige Demonstranten hätten zudem geladene Gewehre und Wurfgeschosse dabei gehabt. Für Polizisten sei es schwierig zu deeskalieren, wenn ihnen Ziegelsteine entgegenflögen, sagte Shea.

Auch der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, verurteilte die Ausschreitungen. Er zeigte aber auch Verständnis für die Demonstranten. "Ich teile ihre Empörung", sagte Cuomo. Die Ungerechtigkeiten, die im US-Justizsystem herrschten, seien "abscheulich".

Trump droht mit dem Militär

Wegen der Ausschreitungen in vielen Städten hat US-Präsident Donald Trump örtlichen Behörden mit dem Einsatz der "unbegrenzten Macht des Militärs" gedroht. Gouverneure und Bürgermeister müssten "viel härter" vorgehen, sonst werde die Regierung einschreiten, drohte er über Twitter. Die Regierung sei bereit, das Nötige zu tun, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Dann werde es auch "viele Festnahmen" geben, drohte er während eines Flugs in den Bundesstaat Florida.

Trump hatte bereits kurz zuvor erklärt, er habe dem Bundesstaat Minnesota wegen der gewaltsamen Proteste die Hilfe der Streitkräfte angeboten. Die Soldaten stünden bereit und könnten "sehr schnell" vor Ort sein, sagte Trump im Garten des Weißen Hauses. Den Demonstranten gehe es nicht darum, den am Montag infolge eines Polizeieinsatzes in Minneapolis gestorbenen Afroamerikaner George Floyd zu ehren, erklärte Trump. Vielmehr handle es sich um linke Chaoten, die es nur auf Krawall abgesehen hätten.

ene/dpa
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