Einsatz gegen Pool-Party Texanischer Prügel-Polizist quittiert den Dienst

Er hatte eine 14-Jährige zu Boden gedrückt und andere Jugendliche mit gezückter Waffe bedroht: Das Verhalten des US-Polizisten Eric C. sorgte für Entsetzen. Nach Protesten hat der Cop aus Texas nun den Dienst quittiert.
Polizeieinsatz in McKinney: Aufregung im Musterort

Polizeieinsatz in McKinney: Aufregung im Musterort

Foto: YouTube / Brandon Brooks

Es sollte eine ausgelassene Pool-Party zum Beginn der Schulferien werden. Jugendliche versammelten sich am Freitagabend an einem öffentlichen Swimmingpool in McKinney, einem Vorort im Norden von Dallas.

Am frühen Abend brach ein Streit aus: Eine weiße Frau soll schwarze Jugendliche beleidigt haben. "Geht dorthin zurück, wo ihr herkommt", soll sie zu einem 14-jährigen Mädchen gerufen haben. "Geht zurück in eure Sozialwohnungen!" Dann habe die weiße Frau das Mädchen ins Gesicht geschlagen. Andere Augenzeugen haben diese Beleidigungen bestritten und ausgesagt, dass sie sich von den schwarzen Jugendlichen belästigt gefühlt hätten.

Um kurz nach 19 Uhr traf die Polizei am Freibad ein. Und nun geriet die Lage völlig außer Kontrolle. Ein Augenzeuge hat mit einer Handykamera festgehalten, wie sich ein Polizist auf ein Mädchen im Bikini stürzt und sie mit Kraft zu Boden drückt. Andere Jugendliche bedroht er mit seiner gezückten Dienstwaffe.

Das Video verbreitete sich viral im Internet und sorgte für Aufsehen: Wieder war hier ein weißer Polizist, der brutal gegen Schwarze vorging. Noch dazu in einem Musterort: McKinney ist nicht Baltimore oder Ferguson. McKinney galt bis zu dem Vorfall als Ort, in dem Weiße, Schwarze und Latinos friedlich und respektvoll zusammenleben. Das Medienunternehmen Time Inc. kürte McKinney 2014 zum lebenswertesten Ort in den USA.

Der Polizist, Eric C., wurde vorläufig vom Dienst suspendiert. Doch vielen Bürgern in McKinney ging das nicht weit genug. Sie forderten die fristlose Entlassung des 41-Jährigen. Andere unterstützen C.. Sie sagten, der Polizist habe angemessen reagiert, als sich die Jugendlichen seinen Anweisungen widersetzt hatten.

Nun hat C. selbst die Konsequenzen gezogen. Er hat seinen Dienst mit sofortiger Wirkung quittiert. Seine Anwältin Jane Bishkin sagte, ihr Mandant habe Morddrohungen erhalten. Daher habe er keine andere Wahl gehabt. Derzeit halte er sich an einem unbekannten Ort auf.

Opfer äußert sich zu dem Vorfall:

SPIEGEL ONLINE
syd/AP
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