USA Polizisten erschießen schwangere Afroamerikanerin

In Seattle haben zwei Polizisten eine schwarze 30-Jährige erschossen. Die Frau war im dritten Monat schwanger.

Gedenken beim Tatort.
AP/Genna Martin/seattlepi.com

Gedenken beim Tatort.


Zwei US-Polizisten haben in Seattle eine junge Afroamerikanerin erschossen. Charleena L., die im dritten Monat schwanger war, hatte die Polizei selbst wegen eines Einbruchs gerufen. Als die beiden Polizisten vor Orte eintrafen, hatte sie ein Messer in der Hand.

Die beiden Polizisten gaben an, bei dem Vorfall am Sonntag aus Notwehr geschossen zu haben, berichtet die "Seattle Times". In einer veröffentlichten Audioaufnahme ist zu hören, wie jemand "Gehen Sie zurück, gehen Sie zurück!" ruft, bevor die Schüsse fallen.

Während des Vorfalles befanden sich außerdem drei Kinder in der Wohnung. Offiziellen Angaben zufolge wurde sonst niemand verletzt. Die beiden Polizisten wurden vorübergehend suspendiert, gegen sie wurden Ermittlungen eingeleitet.

Angehörige der Frau gaben an, L. habe unter psychischen Problemen gelitten. Ihre Schwester wird von der "Seattle Times" zitiert: "Warum haben sie sie nicht mit einem Taser angegriffen?" Den Behörden zufolge waren beide Polizisten entsprechend ausgerüstet. Seattles Bürgermeister Ed Murray kündigte umfassende Ermittlungen an. Der Lokalpolitiker Rob Johnson forderte "eine faire Untersuchung".

Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA hat in den vergangenen Jahren für Aufruhr und Empörung gesorgt. Am Sonntag sprach eine Jury im US-Bundesstaat Minnesota einen ehemaligen Polizisten frei, der vor einem Jahr den Afroamerikaner Philando Castile während einer Verkehrskontrolle erschossen hatte.

asz/afp



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