Morde im Jahr 2001 USA richten Ureinwohner vom Stamm der Navajo hin

Es hatte massive Proteste gegeben - doch nun ist das Todesurteil gegen den Doppelmörder Lezmond Mitchell vollstreckt worden: Die Verurteilung des Ureinwohners war umstritten.
Gefängnis von Terre Haute (Bundesstaat Indiana): Laut Bundesgesetz braucht die US-Justiz für die Todesstrafe die Zustimmung eines Indianerstammes

Gefängnis von Terre Haute (Bundesstaat Indiana): Laut Bundesgesetz braucht die US-Justiz für die Todesstrafe die Zustimmung eines Indianerstammes

Foto: Michael Conroy / AP

Um 18.29 Uhr Ortszeit war Lezmond Mitchell für tot erklärt worden: Ungeachtet von Protesten ist in den USA ein wegen Doppelmordes verurteilter Angehöriger des Indianerstamms der Navajo hingerichtet worden.

Das Todesurteil wurde am Mittwoch im Gefängnis von Terre Haute im Bundesstaat Indiana per Giftspritze vollstreckt, wie das US-Justizministerium mitteilte. Der 38-Jährige war zuletzt der einzige Ureinwohner in einer US-Todeszelle.

Mitchell hatte 2001 gemeinsam mit einem Komplizen bei einem Autoraub im Bundesstaat Arizona eine 63-Jährige und deren neunjährige Enkelin ermordet. Die jungen Männer erstachen die Großmutter mit 33 Messerstichen. Dann zwangen sie das Mädchen, während einer rund 50 Kilometer langen Fahrt im Auto neben der Leiche der Großmutter zu sitzen, bevor sie auch sie töteten.

Mitchell wurde 2003 zum Tode verurteilt - ein umstrittenes Urteil. Laut einem Bundesgesetz braucht die US-Justiz für die Verhängung der Todesstrafe die Zustimmung eines Indianerstamms, wenn die Tat sich in dessen Territorium ereignete und Täter und Opfer dem Stamm angehören.

Die Navajos verweigerten aber die Zustimmung, auch die Opferfamilie forderte lediglich lebenslange Haft. Zahlreiche weitere Stämme hatten sich dieser Forderung angeschlossen. Die Anklage umging den Widerstand, indem sie den Straftatbestand Autoraub mit Todesfolge aufführte, der nicht unter das fragliche Bundesgesetz fällt.

Ministerium verbreitete Zitat von Angehörigen der Opfer

Das US-Justizministerium betonte am Mittwoch, einige Opferangehörige hätten die Vollstreckung der Todesstrafe unterstützt. "Knapp 19 Jahre nachdem Lezmond Mitchell brutal das Leben von zwei Menschen beendet und das Leben vieler anderer zerstört hat, wurde der Gerechtigkeit nun Genüge getan."

Mitchell war von einem Bundesgericht verurteilt worden, entsprechend wurde das Todesurteil auf Bundesebene vollstreckt. Die meisten Kriminalfälle in den USA werden vor Gerichten auf Ebene der Bundesstaaten verhandelt, einige Prozesse finden allerdings vor Bundesgerichten statt.

Darunter fallen Hassverbrechen, eine Reihe besonders schwerer Verbrechen sowie Straftaten, die auf militärischen Einrichtungen oder in Reservaten der indigenen Bevölkerung verübt werden. Hinrichtungen auf Bundesebene waren Mitte Juli nach 17-jähriger Unterbrechung wieder aufgenommen worden.

jok/AFP