Justizirrtum in den USA Schwarzer saß zehn Jahre unschuldig in der Todeszelle

Im Jahr 2005 wurde Alfred Dewayne Brown zum Tode verurteilt, weil er zwei Menschen umgebracht haben sollte. Jetzt kam er frei - denn er hat die Taten nicht begangen.


Nach zehn Jahren in einer Todeszelle im US-Bundesstaat Texas ist ein 33-jähriger Schwarzer aus der Haft entlassen worden. "Ich bin als Unschuldiger hierher gekommen, und ich gehe als Unschuldiger wieder heraus", erklärte Alfred Dewayne Brown.

Er war 2005 wegen Mordes an einem Polizisten und einem weiteren Menschen zum Tode verurteilt worden, obwohl er stets seine Unschuld beteuert hatte. Die Taten geschahen 2003 bei einem Bankraub. Zur Tatzeit befand sich Brown allein in der Wohnung seiner Freundin.

Staatsanwaltschaft hielt Alibi unter Verschluss

Erst jetzt stellte sich heraus, dass die Staatsanwaltschaft sein Alibi unterschlagen hatte. Demnach führte Brown ein Telefonat, unmittelbar nachdem er im Fernsehen von dem Bankraub erfahren hatte. Alle Vorwürfe gegen Brown wurden inzwischen fallen gelassen.

Er sei sich "sicher, dass es viele andere wie mich gibt", sagte Brown. Sein Leben im Todestrakt verglich er mit einem "Hundezwinger". Er habe nicht ein Mal seine Tochter umarmen können, die bei seiner Inhaftierung erst zwei Jahre alt war.

Nach Angaben des Zentrums für die Information über die Todesstrafe (DPIC) haben sich seit dem Jahr 1973 in den USA bereits 154 zum Tode Verurteilte als unschuldig erwiesen. Browns Fall sei "ein weiteres beunruhigendes Beispiel der typischen Verhaltensweisen von Polizei und Anklage, die allzu oft bei Todesstrafen vorkommen", erklärte DPIC-Direktor Robert Dunham.

sms/AFP



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