USA Selbstmörder rast mit Flugzeug in Haus der Schwiegermutter

Grausiges Ende einer Familientragödie: Ein Mann hat im US-Bundesstaat Indiana seine achtjährige Tochter entführt und ist mit ihr an Bord mit einem Flugzeug ins Haus seiner einstigen Schwiegermutter gerast. Vater und Tochter kamen ums Leben.


Indianapolis - Die Mutter hatte ihre Tochter schon gestern Mittag bei der Polizei als vermisst gemeldet. Die vergangene Woche war der Vater nach Angaben der Zeitung "Bedford Times-Mail" mit dem Kind im Urlaub. Gestern hätte er sie zur Schule bringen sollen. Als das Mädchen dort nicht auftauchte, alarmierte die besorgte Mutter die Polizei.

Wrack der Cessna: "Es zieht sich einem der Magen zusammen"
AP

Wrack der Cessna: "Es zieht sich einem der Magen zusammen"

Was sie nicht wusste: Zu dieser Zeit war das Flugzeug schon in das Haus in Bedford 30 Kilometer südlich der Stadt Bloomington gestürzt. Laut Polizei hatte der Pilot die Maschine gemietet und hatte seine Tochter auf dem Passagiersitz festgeschnallt. Kurz nach dem Start vom Virgil I. Grissom-Flughafen krachte die Cessna in das Wohnhaus.

Augenzeugenberichte über die Flugbewegungen deuteten laut Polizei auf einen absichtlichen Absturz hin. "Es zieht sich einem der Magen zusammen, wenn man sich vorstellt, was das Kind unmittelbar vor dem Absturz durchgemacht haben muss", sagte der Polizeibeamte Dave Bursten.

Die Schwiegermutter, die sich zum Zeitpunkt des Absturzes in ihrem Haus aufhielt, kam mit dem Schrecken davon. Der 47 Jahre alte Mann hinterließ keinen Abschiedsbrief. Nach Angaben lokaler Fernsehsender teilten sich die getrennt lebenden Eltern das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter.

In Bedford, wo das Mädchen zur Schule ging, kann sich niemand erklären, was den Mann zu seiner Tat getrieben haben könnte. Um die Mitschüler der Achtjährigen kümmern sich nun Psychologen. "Wir sind alle in tiefer Trauer", sagte die Direktorin der Grundschule. Die tote Schülerin sei so ein "liebes kleines Mädchen" gewesen, stets freundlich und offen. Wie es zu der Tragödie kommen konnte, muss nun die Polizei herausfinden.

ffr/AP/Reuters



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