Hinrichtung in Texas Oberstes Gericht gewährt Todeskandidat Aufschub aus religiösen Gründen

Patrick Murphy gehört zu den berüchtigten "Texas Seven", die im Dezember 2000 aus einem Gefängnis in Texas ausbrachen. Nun sollte er hingerichtet werden, doch der US Supreme Court stoppte die Exekution.

Hinrichtungskammer im Gefängnis von Huntsville (Archiv)
REUTERS

Hinrichtungskammer im Gefängnis von Huntsville (Archiv)


Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat einem Todeskandidaten aus religiösen Gründen einen Aufschub seiner Hinrichtung gewährt - kurz bevor die Todesstrafe vollstreckt werden sollte. Der Supreme Court entschied am Donnerstag, die für denselben Tag geplante Exekution von Patrick Murphy müsse verschoben werden, um die Anwesenheit eines buddhistischen Mönches zu ermöglichen.

Aus Gründen der Religionsgleichheit sei es nicht hinzunehmen, dass in Texas zwar christliche und muslimische Geistliche Exekutionen begleiten könnten, aber keine Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaft, urteilten die Obersten Richter.

Nach Angaben seiner Anwälte konvertierte Murphy vor zehn Jahren im Gefängnis zum Buddhismus. Er sei überzeugt, dass sein "spiritueller Berater" bei der Exekution anwesend sein müsse, damit ihm die Wiedergeburt ermöglicht werde. Nur in Gegenwart des Mönches werde Murphy sich während der Hinrichtung ganz auf Buddha konzentrieren können, argumentierten die Anwälte.

Hinrichtungen seit 1976

Der 57 Jahre alte Murphy ist eines der letzten überlebenden Mitglieder der berüchtigten "Texas Seven": Der wegen einer Sexualstraftat zu 50 Jahren Haft verurteilte Kriminelle gehörte zu einer Gruppe von sieben Schwerverbrechern, die im Dezember 2000 aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Süden von Texas ausbrachen.

Die Männer überwältigten damals ihre Wärter und stahlen deren Uniformen. Anschließend zwangen sie einen weiteren Wärter, ihnen die Tür zu öffnen. Draußen wartete der Vater eines der Sträflinge mit einem Fluchtwagen.

Im Video: Todesstrafe in den USA

SPIEGEL TV

Auf ihrer Flucht begingen die "Texas Seven" zahlreiche Raubüberfälle. An Heiligabend überfielen sie ein Geschäft in Dallas und wurden dabei von einem Polizisten gestellt. Sie töteten ihn mit elf Schüssen.

Sechs Wochen nach ihrem Gefängnisausbruch konnten die "Texas Seven" schließlich gefasst werden. Einer der Ausbrecher beging bei der Festnahme Suizid. Die übrigen wurden wegen des Mordes an dem Polizisten zum Tode verurteilt. Vier der Männer wurden bereits hingerichtet.

wit/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.