Oberstes Gericht der USA Keine Garantie für "schmerzfreie" Hinrichtung

Ein verurteilter Mörder in den USA darf mit der Giftspritze hingerichtet werden - obwohl das für ihn möglicherweise qualvoll wird. Die Richter des obersten Gerichts waren sich in dem Fall uneinig.

Der Supreme Court hat entschieden, dass Verurteilten keine "schmerzlose Hinrichtung" garantiert werden könne
AP Photo/Susan Walsh

Der Supreme Court hat entschieden, dass Verurteilten keine "schmerzlose Hinrichtung" garantiert werden könne


Die US-Verfassung garantiert Todeskandidaten keinen "schmerzfreien Tod". Das hat der Supreme Court, das oberste Gericht der Vereinigten Staaten, mit fünf zu vier Stimmen entschieden. Damit überstimmten die konservativen Richter ihre liberalen Kollegen.

Mit dem Urteil ebnete das Gericht den Weg für die Hinrichtung des verurteilten Mörders Russell Bucklew. Die Anwälte des 50-Jährigen hatten argumentiert, dass die tödliche Injektion bei ihm wegen einer seltenen Krankheit möglicherweise zu starken Schmerzen führen werde. Das verstoße gegen das Verbot einer grausamen und unüblichen Bestrafung.

Der Mann leidet demnach an Gefäßtumoren an Kopf, Hals und Kehle, die durch die Giftinjektion aufbrechen könnten. Er würde dann möglicherweise an seinem eigenen Blut ersticken. Bucklew wollte nicht gegen das Todesurteil, sondern lediglich gegen die Hinrichtungsmethode vorgehen.

Hinrichtungen seit 1976

Er hatte vorgeschlagen, durch das Einatmen von Gas getötet zu werden. Missouri bezeichnete die Forderung jedoch als "vage und ungeprüft". In dem Staat sei die Methode noch nie verwendet worden. Demzufolge konnte Bucklew nicht belegen, dass sie das Risiko für Schmerzen bei der Hinrichtung "signifikant reduziere", wie CNN berichtete.

Bucklew hatte 1996 den Partner seiner Ex-Freundin getötet und die Frau vergewaltigt.

bbr/Reuters/AP



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