Nach 26 Jahren in der Todeszelle South Dakota richtet verurteilten Mörder hin

Charles Rhines ermordete 1992 den Mitarbeiter eines Lokals. Nun wurde der 63-Jährige exekutiert. Anwälte hatten noch versucht, die Hinrichtung abzuwenden - und sprachen von Diskriminierung.

Gefängnis von Sioux Falls im US-Bundesstaat South Dakota: "Auf Wiedersehen"
Stephen Groves/AP

Gefängnis von Sioux Falls im US-Bundesstaat South Dakota: "Auf Wiedersehen"


Der US-Bundesstaat South Dakota hat das Todesurteil gegen einen verurteilten Mörder vollstreckt. Der 63 Jahre alte Charles Rhines starb, nachdem ihm im Gefängnis von Sioux Falls die Giftspritze verabreicht worden war.

Es ist die 18. Hinrichtung in den USA in diesem Jahr - und die erste in South Dakota seit 2018.

Rhines war 1992 wegen Mordes verurteilt worden. Im Mai des Jahres hatte er den Mitarbeiter eines Donutladens erstochen. Der damals 22 Jahre alte Donnivan Schaeffer hatte Rhines überrascht, als der in das Lokal eingebrochen war. Eine Jury verurteilte Rhines im Januar 1993 zur Todesstrafe.

Undatiertes Foto von Charles Rhines: "Wenn er schwul ist, dann würden wir ihn dorthin schicken, wo er hinwill."
South Dakota Department of Corrections/AFP

Undatiertes Foto von Charles Rhines: "Wenn er schwul ist, dann würden wir ihn dorthin schicken, wo er hinwill."

Kurz vor der Hinrichtung waren beim Obersten US-Gerichtshof drei Berufungsanträge eingegangen - alle wurden abgelehnt. Rhines Anwälte baten das Gericht, die Beweise erneut zu sichten. Rhines sei schwul - das hätten die Jurymitglieder gewusst. Sie hätten ihn zum Tode verurteilt, da er sonst das Leben im Gefängnis mit anderen Männern genießen könne.

Die Juristen führten auch entsprechende Kommentare an. Laut der "New York Times" sagte ein Jurymitglied: "Wenn er schwul ist, dann würden wir ihn dorthin schicken, wo er hinwill." Ähnlich äußert sich demnach eine weibliche Kollegin.

Der Supreme Court wies den Antrag dennoch kommentarlos ab. Eine der Anwälte Rhines sagte, es sei traurig und zutiefst ungerecht, Rhines hinzurichten, ohne die Beweise für ein Diskriminierung Homosexueller zu sichten, die die Entscheidung der Jury beeinträchtigt hätten.

Hinrichtungen seit 1976

Vor seinem Tod sagte Rhines an die Eltern des Opfers gerichtet, dass er ihnen für ihre Wut und ihren Ärger vergebe. Er bete zu Gott, damit auch er ihnen vergebe. Dann dankte er seinen Unterstützern. Seine letzte Worte waren: "Lasst uns anfangen. Das ist alles, was ich zu sagen habe. Auf Wiedersehen".

Die Familie des Opfers sprach nach der Hinrichtung vor Journalisten. Die Angehörigen machten deutlich, kein Wort über den Täter verlieren zu wollen. "Heute ist der Tag, an dem wir über Donnivan sprechen, der Mann, der seine Familie liebte, seine Verlobte und seine Freunde", sagte die Mutter des Opfers, Patty Schaeffer.

Sheila Pond Jackson spricht über das Opfer, ihren Verlobten
AP

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Angesprochen auf die letzten Worte des Mörders sagte Schaeffer, sie habe ihm vergeben. "Wenn ich anfange zu hassen, dann wäre ich gar nicht mehr hier, dann wäre ich auch nicht die Person, die ich bin."

Rhines wirkte bei seiner Hinrichtung ruhig. Die Giftspritze wirkte nach einer Minute. Er wurde am Montag um 19.39 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt.

jpz/Reuters/AP

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