Polizeieinsatz gegen Schwarzen in den USA Jalen Randle soll von hinten erschossen worden sein

Ende April wurde Jalen Randle in Houston von einem Polizisten getötet. Nun erhebt die Familie des 29-Jährigen schwere Vorwürfe – und verlangt die Auswertung der Bodycams.
Anwalt Crump zeigt auf einem Schaubild, wo Jalen Randle getroffen worden sein soll

Anwalt Crump zeigt auf einem Schaubild, wo Jalen Randle getroffen worden sein soll

Foto: Brandon Bell / Getty Images

Die Familie eines von der Polizei im texanischen Houston erschossenen 29-Jährigen fordert Aufklärung über die genauen Umstände des Einsatzes. Die Angehörigen erheben schwere Vorwürfe: Jalen Randle sei auf der Flucht vor der Polizei getroffen worden – und habe keine Gefahr dargestellt.

Sie berufen sich auf eine unabhängige Obduktion der Leiche. »Die Ergebnisse unserer unabhängigen Autopsie bestätigen, dass Jalen von hinten erschossen wurde, als er vor der Polizei weglief«, sagte Ben Crump, der Anwalt der Familie und ein prominenter US-Bürgerrechtler. Zeugen hätten bestätigt, dass er keine Waffe sichtbar getragen habe, als er erschossen wurde, heißt es laut »Houston Chronicle « in einer Mitteilung.

Jalen Randle hatte am 27. April in einem Auto gesessen, das sich eine Verfolgungsjagd mit den Einsatzkräften lieferte. Die Polizei hatte zu dem Einsatz mitgeteilt, dass die Rauschgiftabteilung Randle gesucht habe. Es lagen drei Haftbefehle gegen ihn vor.

Aufnahmen sollen binnen 30 Tagen veröffentlicht werden

Als die Polizei beobachtete, wie Randle zu jemandem ins Auto stieg, versuchte sie nach eigenen Angaben, den Wagen zu stoppen. Der Fahrer des Autos sei mit Randle davon gerast. Später stellten die Polizisten fest, dass Randle eine Waffe in seiner Tasche mit sich führte.

Aus Sicht der Angehörigen war all das aber noch längst kein Grund dafür, auf Randle zu schießen. Sie fordern, die Bodycam-Aufnahmen des Vorfalls unverzüglich zu veröffentlichen.

Die Polizei teilte mit, dass die Aufnahmen entsprechend der Regularien innerhalb von 30 Tagen nach dem Vorfall veröffentlicht würden. Die Polizei wies auch darauf hin, dass es drei Ermittlungsverfahren zu den Schüssen gibt, eines werde von der Staatsanwaltschaft von Harris County geführt.

Der Tod Jalen Randles ist nur der jüngste in einer ganzen Reihe von Einsätzen, in denen weiße US-Polizisten schwarze Männer töteten. Vor knapp zwei Jahren hatte der auf einem Handyvideo festgehaltene qualvolle Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis für Empörung gesorgt. Er löste in den USA landesweite Proteste aus – und stärkte die Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter.

apr/Reuters
Mehr lesen über