Todesstrafe in den USA Zwei Männer mit nicht zugelassenem Gift hingerichtet

Ihre Klagen hatte keinen Erfolg: In den USA ist die Todesstrafe gegen zwei Männer vollstreckt worden. Dabei wurde ein Betäubungsmittel verwendet, das offiziell gar nicht für Hinrichtungen zugelassen ist.


New York - Mit einem amtlich nicht zugelassenen Betäubungsmittel sind in den USA zwei Männer hingerichtet worden. Der 43-jährige Michael Yowell wurde im Bundesstaat Texas mit einer Giftspritze getötet, nachdem sein Einspruch gegen die Verwendung des Mittels beim Obersten Gericht zurückgewiesen worden war. Zuvor war bereits der 71-jährige Edward Schad im Bundesstaat Arizona mit dem gleichen Betäubungsmittel hingerichtet worden. Auch er hatte erfolglos gegen die Verwendung des Mittels geklagt.

Yowell war im Alter von 28 Jahren für die Ermordung seiner Eltern zum Tode verurteilt worden. Er hatte ihnen Geld gestohlen, um sich Drogen zu kaufen. Schad war schuldig befunden worden, 1978 einen 74-jährigen Autofahrer ermordet und ihm seinen Wagen gestohlen zu haben. Beide hatten gegen die Verwendung des neuen Mittels geklagt, da es nicht zugelassen sei und möglicherweise große Schmerzen verursache. Yowell war bis vor das Oberste Gericht gezogen. Seine Hinrichtung wurde bis zur Antwort des Gerichts aufgeschoben.

Hintergrund ist, dass seit Ende September in Texas und anderen Bundesstaaten das Betäubungsmittel Pentobarbital ausgegangen ist. Die dänische Herstellerfirma weigert sich, das normalerweise zum Einschläfern von Tieren verwendete Mittel weiter für Hinrichtungen zu liefern. Die Behörden wandten sich daher an alternative Hersteller, deren Produkte allerdings auf Bundesebene bisher nicht offiziell für Hinrichtungen zugelassen sind.

Mit den Exekutionen von Yowell und Schad wurden in diesem Jahr bereits 30 Menschen in den USA hingerichtet.

wit/AFP



insgesamt 19 Beiträge
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Herr_Lemmer 10.10.2013
1. Wie? Noch keine Reaktion?
Ein - ich glaube texanischer - Gouverneur sagte mal sinngemäß: "Man muss auch die Eier haben einmal einen unschuldigen Mann hinzurichten". Ich bin nicht dieser Meinung. Eher umgekehrt: Wenn auch nur die geringste Möglichkeit besteht einen Unschuldigen hinzurichten, darf nicht hingerichtet werden. Daraus ergibt sich die Schlußfolgerung: Man darf nicht hinrichten! Wie kann sich diese Gesellschaft, die sich doch so sehr - und zunehmend fanatisch - auf christliche Werte beruft, anheischig machen, Menschen töten zu wollen? Was ist mit dem fünften Gebot? .
monolithos 10.10.2013
2. Die Grundlage fehlt.
Zitat von Herr_LemmerEin - ich glaube texanischer - Gouverneur sagte mal sinngemäß: "Man muss auch die Eier haben einmal einen unschuldigen Mann hinzurichten". Ich bin nicht dieser Meinung. Eher umgekehrt: Wenn auch nur die geringste Möglichkeit besteht einen Unschuldigen hinzurichten, darf nicht hingerichtet werden. Daraus ergibt sich die Schlußfolgerung: Man darf nicht hinrichten! Wie kann sich diese Gesellschaft, die sich doch so sehr - und zunehmend fanatisch - auf christliche Werte beruft, anheischig machen, Menschen töten zu wollen? Was ist mit dem fünften Gebot? .
Ich bin Ihrer Meinung, glaube aber nicht, dass das irgendwen in den USA interessiert. Da werden ja sogar Menschen hingerichtet, von denen man weiß, dass sie unschuldig sind, deren Verfahren man aber aus formalen Gründen nicht neu aufrollen können bzw. wo ein Richter nicht das Rückgrad hat, sich über das (offensichtlich falsche) Urteil einer Jury hinwegzusetzen. Traurig, aber wahr. Die USA sind längst nicht mehr das, was wir aus Hollywoodfilmen kennen. Sie betreiben mit Guantanamo ein KZ und mit der NSA eine Neuauflage von Gestapo und Stasi. Die Freiheit der Welt (incl. der eigenen Bevölkerung) interessiert dabei nicht, sondern nur der Schutz der einheimischen Wirtschaft. Es ist also ein Nationalprotektionismus. Ihre Argumentation ist schlüssig, erübrigt sich in Bezug auf die USA aber, weil dafür ein kollektives Gewissen notwendig wäre. Das hat es in den USA aber nie gegeben, sonst würde man heute friedlich mit den Indianern Seite an Seite leben. Wen interessiert da, ob es ein behördliches Papier für irgendeine chemische Substanz gibt oder nicht? Danach hat vor 75 Jahren in Deutschland auch keiner gefragt.
chaos_rnr 10.10.2013
3. So schlimm dieser Artikel auch ist
Finde ich es toll, dass die Dänen den weiteren Verkauf zum Zweck des Tötens von Menschen einstellen. Die scheinen ihr Gewissen höher zu bewerten als ihren Profit.
Larry 10.10.2013
4. 35 Jahre nach der Tat hingerichtet ???
"Edward Schad war schuldig befunden worden, 1978 einen 74-jährigen Autofahrer ermordet zu haben" Der Mann wurde mit 71, 35 Jahre nach der Tat hingerichtet. Wo gibt es denn sowas ? In jedem anderen Land, inklusiv Russland und China, wäre er längst entlassen worden... Wer erklärt uns diesen Fall ??
privat23 10.10.2013
5. Todestrafe?
Zitat von sysopIhre Klagen hatte keinen Erfolg: In den USA ist die Todesstrafe gegen zwei Männer vollstreckt worden. Dabei wurde ein Betäubungsmittel verwendet, das offiziell gar nicht für Hinrichtungen zugelassen ist. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-zwei-maenner-mit-nicht-zugelassenem-gift-hingerichtet-a-927098.html
Warum jemanden Hinrichten, wo es doch, in diesem Land, Lebenslänglich als Strafmaß gibt?
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