Usedom 18-Jährige getötet - Anklage gegen zwei Männer erhoben

Mitte März wurde eine junge Frau auf Usedom getötet, nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Bekannte des Opfers erhoben. Ihnen wird "gemeinschaftlicher Mord aus Mordlust" vorgeworfen.

Blick auf das Seebad Zinnowitz (Archiv): Hier wurde in einem Wohnhaus die getötete 18-Jährige gefunden
Stefan Sauer/DPA

Blick auf das Seebad Zinnowitz (Archiv): Hier wurde in einem Wohnhaus die getötete 18-Jährige gefunden


Vier Monate nach der Tötung einer 18-Jährigen aus dem Ostseebad Zinnowitz auf Usedom hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei junge Männer erhoben. Den 19 und 21 Jahre alten Bekannten des Opfers wird "gemeinschaftlicher Mord aus Mordlust" vorgeworfen, wie Oberstaatsanwalt Marc Engelhardt in Stralsund mitteilte.

"Sie hatten sich verabredet und genau dieses Opfer ausgesucht, weil sie sehen wollten, wie ein Mensch stirbt", sagte der Behördensprecher zum möglichen Motiv der mutmaßlichen Täter.

Die junge Frau war am Abend des 19. März tot in ihrer Wohnung in Zinnowitz von einer Bekannten entdeckt worden. Die Zeugin hatte sich Sorgen gemacht, weil sie die 18-Jährige nicht hatte erreichen können. Diese stammte aus Stralsund und lebte allein in der Zinnowitzer Wohnung.

Die Tote wies Stichverletzungen auf. Die Obduktion habe ergeben, dass die junge Frau zur Tatzeit schwanger gewesen sei, sagte Engelhardt.

Die Tatwaffe - ein Messer - ist bis heute verschwunden

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren in der Wohnung Spuren wie Fingerabdrücke, Haare und Hautpartikel gefunden worden, die nicht vom Opfer stammten. Die beiden Tatverdächtigen aus Zinnowitz und einem Nachbarort hätten die Tote liegen gelassen und sich weiter in der Region aufgehalten. Sie waren erst einen Monat später festgenommen worden.

Den Ermittlungen zufolge sollen beide die junge Frau am 18. März besucht und um etwas zu trinken gebeten haben. Daraufhin soll die 18-Jährige in die Küche gegangen sein. Als sie zurückkam, habe der Jüngere plötzlich auf das Opfer eingestochen und der Ältere sie festgehalten. Darauf wiesen die Spuren hin, sagte Oberstaatsanwalt Engelhardt.

In der Untersuchungshaft seien beide Männer mehrfach befragt worden und hätten sich gegenseitig belastet, hieß es. Der 19-Jährige habe aber eingeräumt, zugestochen zu haben. Insgesamt seien aber beide Aussagen nicht deckungsgleich. Die Tatwaffe - ein Messer - ist bis heute verschwunden.

Beide Tatverdächtige würden wegen der Schuldfähigkeit noch psychiatrisch begutachtet, hieß es. Der 21-Jährige befinde sich weiterhin in Untersuchungshaft, der 19-Jährige wurde von einem Gefängnis in eine forensische Klinik - ein psychiatrisches Haftkrankenhaus - verlegt.

wit/dpa

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