Schüsse in Utrecht Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Die Polizei hat den mutmaßlichen Schützen von Utrecht gefasst. Auch ein zweiter Verdächtiger wurde festgenommen. Das gaben die Ermittler bekannt.


Die Suche nach dem mutmaßlichen Schützen von Utrecht ist beendet: Der 37-jährige Tatverdächtige wurde festgenommen. Er soll drei Menschen durch Schüsse in einer Straßenbahn getötet und fünf verletzt haben. Drei der Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand.

Auf einer Pressekonferenz hatte Utrechts Bürgermeister Jan van Zanen zunächst noch berichtet, dass von dem Hauptverdächtigen jede Spur fehle. Dann kam gegen Ende der Veranstaltung die Meldung, dass der 37-jährige Gökmen T. gefasst sei. Der Zugriff sei am Abend bei einer Wohnungsdurchsuchung im Utrechter Zentrum erfolgt, sagte der Einsatzleiter der Polizei, Rob van Bree.

Ein weiterer Verdächtiger sei bei einer Hausdurchsuchung festgenommen, berichtet der niederländische "Telegraaf". Es sei aber unklar, inwieweit er beteiligt gewesen sei. Der Vorwurf laute auf Verdacht des Totschlags mit einem terroristischen Motiv. Nach der Festnahme stufte die zuständige Behörde die Terrorwarnstufe für die Provinz von 5 auf 4 zurück.

Das Motiv des nun festgenommenen 37-Jährigen ist noch unklar. Ein terroristischer Hintergrund der Tat wird von den Ermittlern ebenso wenig ausgeschlossen wie eine mögliche Beziehungstat. So hatte die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf nicht näher benannte Verwandte von Gökmen T. berichtet, dass er auf eine Frau wegen einer Familienangelegenheit geschossen habe. Dann habe er das Feuer auf die Menschen eröffnet, die der Frau hätten helfen wollen.

Der 37-jährige hat laut Informationen des niederländischen Rundfunks zahlreiche Vorstrafen: 2012 brach er in einen Lastwagen ein, 2013 wurde er wegen versuchten Mordes verurteilt - er hatte mit einer Schusswaffe auf ein Wohnhaus geschossen. Im Mai 2014 erging gegen ihn ein Urteil wegen Ladendiebstahls, im Oktober des Jahres wegen Anspucken und Bedrohen eines Polizeibeamten.

Im November 2014 lautete der Vorwurf Trunkenheit am Steuer, im Oktober 2015 Zerstörung einer Polizeizelle. Erst vor zwei Wochen startete ein Prozess gegen Gökmen T. - wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung.

Mit etwa 340.000 Einwohnern ist Utrecht die viertgrößte Stadt in den Niederlanden. In dem Land sind tödliche Anschläge mit Waffengewalt eher selten.

ala/dpa/AFP/AP



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