Nach Massaker mit 21 Toten Grundschule im texanischen Uvalde soll abgerissen werden

Niemand soll mehr in diese Schule gehen müssen: Der Ort des Massakers im texanischen Uvalde werde abgerissen, hat der Bürgermeister angekündigt. Die Polizei vor Ort wird unterdessen weiter kritisiert.
Gedenkstätte für die ermordeten Kinder und ihre beiden Lehrerinnen in Uvalde (Texas)

Gedenkstätte für die ermordeten Kinder und ihre beiden Lehrerinnen in Uvalde (Texas)

Foto: Chandan Khanna / AFP

Die Robb Elementary School in Uvalde im US-Bundesstaat Texas, an der ein Teenager 19 Kinder und zwei Lehrer ermordet hat, soll abgerissen werden. Das hat der Bürgermeister der Stadt angekündigt.

»Man kann auf keinen Fall verlangen, dass ein Kind oder ein Lehrer in diese Schule zurückkehrt«, sagte Don McLaughlin am Dienstag im Stadtrat von Uvalde. Einen Zeitplan für den Abriss der Grundschule gebe es noch nicht.

Kurz zuvor hatte es in einer Anhörung des texanischen Senats erneut scharfe Kritik am Vorgehen der Sicherheitsbehörden während des Massakers Ende Mai gegeben. Stephen McCraw, Direktor des Texas Department of Public Safety (DPS), sprach von einem »jämmerlichen Versagen« der Einsatzkräfte. Der verantwortliche Offizier vor Ort habe das Leben seiner Beamten über das der Kinder gestellt.

»Im Widerspruch zu allem, was wir gelernt haben«

»Es gibt schlagende Beweise dafür, dass die Reaktion der Strafverfolgungsbehörden auf den Anschlag an der Robb Elementary School ein eklatantes Versagen war und im Widerspruch zu allem steht, was wir gelernt haben«, sagte McCraw. So hätten die 19 Beamten vor Ort einen Schlüssel für zwei Klassenräume gesucht, in denen sich der Täter aufgehalten habe. Dabei sei die Tür gar nicht verschlossen gewesen.

»Die Beamten hatten Waffen, die Kinder hatten keine. Die Beamten hatten Schutzwesten, die Kinder hatten keine. Die Beamten hatten eine Ausbildung, die Person hatte keine. Eine Stunde, 14 Minuten und acht Sekunden – so lange warteten die Kinder und die Lehrer in Raum 111 auf ihre Rettung«, sagte der DPS-Direktor. Dabei sei bereits drei Minuten nach den ersten Schüssen »eine ausreichende Anzahl bewaffneter Beamter mit Schutzwesten vor Ort gewesen, um die Person zu isolieren, abzulenken und zu neutralisieren«.

Der Polizeichef von Uvalde, Pete Arredondo, hatte zuvor in einer anderen Anhörung erklärt, dass er sich am Ort der Schießerei nie als Einsatzleiter betrachtet habe und dass er der Polizei nicht befohlen habe, sich mit dem Eindringen in das Gebäude zurückzuhalten.

Arredondo sagte der »Texas Tribune« , er habe seine beiden Funkgeräte vor der Schule gelassen, weil er die Hände freihaben wollte, um seine Waffe zu halten. Er habe taktische Ausrüstung, einen Scharfschützen und Schlüssel angefordert, um ins Innere der Schule zu gelangen, und sich 40 Minuten lang vor den Türen zurückgehalten, um keine Schießereien zu provozieren.

him/Reuters