US-Bundesstaat Texas Polizeichef nach Massaker an Grundschule in Uvalde entlassen

19 Kinder und zwei Lehrerinnen starben bei dem Schulmassaker im texanischen Uvalde. Die Polizei steht seitdem massiv in der Kritik – es gab schwere Versäumnisse bei dem Einsatz. Nun muss der Polizeichef gehen.
Grundschule im texanischen Uvalde: Dort hatte ein Schütze am 24. Mai 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet

Grundschule im texanischen Uvalde: Dort hatte ein Schütze am 24. Mai 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet

Foto: Eric Gay / AP

Drei Monate nach dem verheerenden Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas gibt es weitere personelle Konsequenzen wegen der schweren Versäumnisse bei dem Polizeieinsatz. Das verantwortliche Gremium des Schulbezirks von Uvalde entschied am Mittwochabend (Ortszeit), den Polizeichef des Schulbezirks zu entlassen. Das berichten der Sender CNN und andere US-Medien übereinstimmend.

Der Polizeichef war wenige Wochen nach dem Massaker beurlaubt worden. Als nun das Gremium über seine Entlassung beriet, war er selbst nicht anwesend. Dafür aber unter anderem Angehörige und Freunde der Opfer. Sie brachen nach der Entscheidung in Jubel und Applaus aus.

Angehörige der Opfer nach der Beratung des Schulgremiums in Uvalde

Angehörige der Opfer nach der Beratung des Schulgremiums in Uvalde

Foto: Eric Gay / AP

Ein 18 Jahre alter Mann hatte am 24. Mai an der Grundschule in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen. Er schoss in zwei miteinander verbundenen Klassenräumen mit einem Sturmgewehr auf seine Opfer.

Neben der Tat an sich sorgten auch dramatische Versäumnisse bei dem Polizeieinsatz für Fassungslosigkeit: Demnach hatten bereits frühzeitig 19 Polizisten im Flur vor dem Klassenraum Stellung bezogen, in dem sich der Amokläufer mit Lehrern und Schülern verschanzt hatte. Die Beamten unternahmen aber mehr als 45 Minuten lang keinerlei Versuche, in den Raum einzudringen und den Täter zu stoppen. Stattdessen warteten sie auf Verstärkung, obwohl Kinder aus dem Inneren des Raumes mehrfach verzweifelt bei der Polizei anriefen, um Hilfe zu bekommen. Erst mehr als 75 Minuten, nachdem der Schütze das Feuer eröffnet hatte, drangen Einsatzkräfte in das Klassenzimmer ein und töteten den Amokläufer.

Mehrere Angehörige warfen der Polizei vor, sie hätten Leben retten können, wenn sie nicht derart lange gewartet hätten. Insbesondere der Polizeichef des Schulbezirks geriet unter Druck, weil er früh am Ort des Geschehens und nach Ansicht seiner Kritiker für die Koordinierung des Einsatzes verantwortlich war.

aar/dpa
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