V-Mann-Affäre Getötete Georgier wurden erschossen

Ein V-Mann des LKA Rheinland-Pfalz sitzt in Haft, die Obduktion seiner mutmaßlichen Opfer ist abgeschlossen: Zwei der drei Georgier wurden erschossen. Dem Dritten sei "die Luftzufuhr abgeschnitten" worden. Es gibt Hinweise auf einen Raubmord als Tatmotiv.


Kaiserslautern - Erste Ermittlungsergebnisse nach dem gewaltsamen Tod dreier Georgier im Raum Ludwigshafen: Die drei Männer hätten vor ihrer Ermordung beachtliche Mengen an Bargeld mit sich geführt, berichtete der Frankenthaler Oberstaatsanwalt Lothar Liebig in Kaiserslautern. Das Geld sei bei den Leichen nicht gefunden worden. Allerdings könne zu diesem Zeitpunkt auch ein islamistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden. Die beiden in Haft befindlichen Tatverdächtigen machten unterschiedliche Angaben.

Hinsichtlich der Todesursache der drei Männer, deren Leichen am Mittwoch in einem Altarm des Rheins nördlich von Mannheim gefunden worden waren, ergab die Obduktion Liebig zufolge, dass zwei von ihnen erschossen wurden. Dem Dritten sei "die Luftzufuhr unterdrückt" worden. Die Identität der Männer konnte zwar noch nicht endgültig festgestellt werden, bei einer der Leichen wurden aber Ausweispapiere gefunden. Zeitungsberichte, wonach einer der Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem dritten Toten von einem islamistischen Ritualmord gesprochen haben soll, wollte Liebig nicht kommentieren.

Der Präsident des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz, Hans-Heinrich Preußinger, bestätigte, dass einer der inhaftierten Tatverdächtigen als V-Mann in der islamistischen Szene tätig war. Der aus dem Irak stammende Mann habe sich 2001 erstmals der Polizei in Ludwigshafen "angedient", Anfang 2004 sei er dann vom LKA übernommen worden. Als Entlohnung habe der Mann monatlich etwa 100 Euro erhalten sowie in einem Fall einmal 4500 Euro. Der zweite inhaftierte Tatverdächtige stammt den Angaben zufolge aus dem Umfeld des V-Manns und auch "aus dem islamistischen Umfeld".

Medienberichten zufolge war in einem von dem V-Mann genutzten Auto des LKA Blut gefunden worden, das von einem der Verschwundenen stammt. Unter Berufung auf hochrangige Ermittler schreiben "SZ" und "Bild"-Zeitung von einem islamistisch inspirierten Ritualmord als einem möglichen Motiv. Bei den Toten soll es sich um Christen gehandelt haben. Der V-Mann soll in seiner Aussage einen Zusammenhang zwischen dem christlichen Glauben und dem Tod der Männer hergestellt haben. Die Georgier hatten wegen geplanter Geschäfte eine größere Summe Bargeld dabei.

Die 28, 39 und 48 Jahre alten Georgier waren am 28. Januar nach Deutschland eingereist, um Geschäfte mit Autos abzuwickeln. Zuletzt waren sie zwei Tage später in Ludwigshafen gesehen worden, als sie in einen weißen PKW einstiegen.

jjc/dpa/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.