Vatertagsprügelei Mutmaßlicher Angreifer bestreitet Totschlag

Mit einem Fausthieb soll ein 24-Jähriger einen Mann tödlich an der Halsschlagader getroffen haben. Zwar gestand der Tatverdächtige, an der Vatertagsschlägerei in Rostock-Warnemünde beteiligt gewesen zu sein. Den Vorwurf des Totschlags jedoch wies er von sich.

dapd

Rostock - Sie waren mit Freunden am Vatertag unterwegs, stritten sich im Alkoholrausch und prügelten sich - mit tödlichem Ausgang. Nach dem gewaltsamen Tod eines 44-Jährigen am S-Bahnhof Rostock-Warnemünde hat der mutmaßliche Täter nun eingeräumt, bei der Schlägerei dabei gewesen zu sein. Aber: "Er hat kein Geständnis bezüglich eines Totschlags abgelegt", sagte die Rostocker Staatsanwältin Maureen Wiechmann am Montag. "Er beruft sich auf Gegenseitigkeit."

Aus nichtigem Anlass war der 44 Jahre alte Mann am vergangenen Donnerstag zu Tode geprügelt worden. Zwei feiernde Gruppen waren den Ermittlungen zufolge am Herrentag, wie es im Osten Deutschlands heißt, darüber in Streit geraten, ob der Bollerwagen der einen oder der Einkaufswagen der anderen Truppe schöner war. Nachdem die Auseinandersetzung schon beendet schien, soll der 24-Jährige dem Opfer von hinten einen schweren Faustschlag versetzt haben.

Der Attackierte wurde an der Halsschlagader verletzt und erlitt eine Hirnblutung. Die Obduktion am Montag habe diese frühe Einschätzung bestätigt, sagte Wiechmann. Der Mann war auf dem Weg in eine Klinik gestorben.

Der 24-Jährige wurde wegen des Verdachts des Totschlags verhaftet. Wiechmann rechnet mit einer Anklageerhebung gegen den Beschuldigten bereits in den kommenden Wochen. Die Ermittlungen seien dank der Videoaufzeichnungen und Zeugenaussagen überschaubar.

siu/dpa

insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
frubi 06.06.2011
1. .
Zitat von sysopMit einem Fausthieb soll ein 24-Jähriger einen Mann tödlich an der Halsschlagader getroffen haben. Zwar gestand der*Tatverdächtige, an der Schlägerei auf dem S-Bahnhof Rostock-Warnemünde*beteiligt gewesen zu sein. Den Vorwurf des Totschlags jedoch wies er von sich. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,766947,00.html
Naja. Im Prinzip muss man bei einem harten Schlag in das Gesicht eines Mitmenschen damit rechnen, dass alles passieren kann. Ob eine Tötungsabsicht bestand ist kaum nachzuweisen aber das der Gegenüber sterben kann, muss dem Angreifer bewusst sein. Ob er nun durch den Schlag an sich stirbt, was bestimmt relativ selten vorkommt, oder durch einen anschließenden Fall auf harten Boden ist dabei egal. Es kann passieren also muss der Täter auch die Konseqenzen tragen. Das ist meine laienhafte Meinung.
butter_milch 06.06.2011
2. ...
Es ist doch völlig egal ob er ihn töten wollte oder nicht. Durch seine Aktion ist der bewusst das Risiko eingegangen, den anderen verletzen zu können. Und dafür gehört er lebenslang in den Knast.
R.Winkelmann 06.06.2011
3. %
Zitat von butter_milchEs ist doch völlig egal ob er ihn töten wollte oder nicht. Durch seine Aktion ist der bewusst das Risiko eingegangen, den anderen verletzen zu können. Und dafür gehört er lebenslang in den Knast.
Juristisch ist das falsch, das erstere ist Mord, das zweite ist Totschlag. Zumindest gehört er für eine sehr lange Zeit weggesperrt.
kanadasirup 06.06.2011
4. de jure
Natürlich macht es einen Unterschied, ob er Vorsatz hatte oder nicht. Ich gehe mal davon aus, dass er den anderen nicht umbringen wollte. Körperverletzung mit Todesfolge oder fahrlässige Tötung.
stefanaugsburg 06.06.2011
5. Knast - aber wirklich lebenslang - zur Abschreckung !
Zitat von butter_milchEs ist doch völlig egal ob er ihn töten wollte oder nicht. Durch seine Aktion ist der bewusst das Risiko eingegangen, den anderen verletzen zu können. Und dafür gehört er lebenslang in den Knast.
In einen Amiknast am Besten, da freuen sie sich immer über gutgebaute Jünglinge, gerade beim Seifenaufheben in der Dusche - und zwar wirklich lebenslang. Nicht wie bei uns, wo lebenslang gleich so ca. 25 Jahre mit Aussicht auf Bewährung nach 12 oder 13 Jahren besteht. Ich kann einfach nicht verstehen, weshalb Leute so etwas machen, es geht mir nicht in den Kopf, selbst mit Alkohol nicht. Und dann nicht den Mumm haben, zu seinem Mist zu stehen, sondern entweder Erinnerungslücvken geltend machen, schweigen - oder gleich mal alles 'abstreiten'.
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