Sexueller Missbrauch Vatikan stellt ehemaligen Papstbotschafter vor Gericht

Josef Wesolowski drohen bis zu zwölf Jahre Haft: Dem früheren polnischen Erzbischof wird unter anderem Kindesmissbrauch vorgeworfen. Nun macht ihm der Vatikan den Prozess.

Ex-Papstbotschafter Josef Wesolowski: Prozess wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch
AP

Ex-Papstbotschafter Josef Wesolowski: Prozess wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch


Es ist das erste Mal, dass im Vatikan ein hochrangiger katholischer Geistlicher wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht gestellt wird. Dem früheren Papstbotschafter Josef Wesolowski wird wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern der Prozess gemacht. Das Verfahren solle am 11. Juli beginnen, teilte der Kirchenstaat mit.

Dem ehemaligen polnischen Erzbischof wird neben Kindesmissbrauch auch der Besitz von kinderpornografischem Material vorgeworfen. Ihm droht nun eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren. Wesolowski war bis 2013 Nuntius in der Dominikanischen Republik, dort soll er sich an Kindern vergangen haben.

Papst Franziskus hatte ihn nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Herbst 2013 von seinem Posten abberufen. Im September 2014 war der 66-Jährige festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden. Wenige Monate zuvor hatte ihn die vatikanische Glaubenskongregation in den Laienstand zurückversetzt.

Der Vatikan erklärte, die "schweren Vorwürfe" gegen Wesolowski sollten nun detailliert aufgearbeitet werden. Die katholische Kirche war vom Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern in vielen Ländern massiv erschüttert worden. Papst Franziskus hatte daraufhin unter anderem die Anti-Missbrauchs-Gesetze in der Kirche verschärft.

wit/dpa



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