Vermisstenfall Emanuela Orlandi Gräber auf deutschem Vatikan-Friedhof sind leer

Ermittler hatten sich von den Durchsuchungen neue Hinweise im Fall Emanuela Orlandi erhofft, doch die Gräber auf dem deutschen Vatikan-Friedhof sind leer. Das Schicksal des Mädchens bleibt damit unklar.

Grabsteine auf dem Friedhof Campo Santo Teutonico innerhalb der Vatikan-Mauern: Erfolglose Suche nach der vermissten Emanuela Orlandi
Jan Woitas/ DPA

Grabsteine auf dem Friedhof Campo Santo Teutonico innerhalb der Vatikan-Mauern: Erfolglose Suche nach der vermissten Emanuela Orlandi


In den beiden geöffneten Gräbern auf dem deutschen Friedhof im Vatikan wurden keine neuen Hinweise gefunden. "Die Suche hat keine Ergebnisse gebracht", sagte Vatikansprecher Alessandro Gisotti. "Es wurden keinerlei menschliche Überreste und keine Urnen gefunden." Die Gräber seien leer gewesen.

Ermittler und Angehörige der seit 1983 vermissten damals 15-jährigen Emanuela Orlandi hatten sich von den Grabdurchsuchungen neue Hinweise erhofft. Pietro Orlandi, der Bruder der Vermissten, hatte im Voraus gemutmaßt, der Vatikan habe mit der Einwilligung zu der Öffnung erstmals eingeräumt, dass es eine "interne Verantwortung" oder Mitwisser im Kirchenstaat gegeben habe.

"Unglaublich" sei es, dass es nun keinen Fund gegeben habe, sagte Orlandi laut der italienischen Zeitung "Repubblica". Er war bei der Graböffnung anwesend.

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Mafia und Vatikan: Der Fall Emanuela Orlandi

In den Fall war erneut Bewegung gekommen, als Orlandis Familie im Sommer 2018 einen Brief mit einem Hinweis erhalten hatte, wonach die Leiche des Mädchens sich auf dem deutschen Friedhof innerhalb der Vatikanmauern befinden könne.

"Sucht dort, wo der Engel hinweist", so die anonyme Botschaft. Gemeint war wohl eine Engelsstatue auf dem Friedhof, die den Schriftzug "Ruhe in Frieden" trägt. Die Angehörigen hatten daraufhin den Vatikan aufgefordert, ein Grab zu öffnen. Laut dem Rektor des Friedhofs waren die betroffenen Gräber zuletzt 2010 bei einer Renovierung durch Steinmetze geöffnet worden.

Seit Jahrzehnten ranken sich Gerüchte und Verschwörungstheorien um den Fall. Unter anderem wurde gemutmaßt, dass das Mädchen von einer Verbrecherorganisation entführt wurde, um Druck auf Vatikanverantwortliche auszuüben, geliehenes Geld zurückzuzahlen. Einer anderen Theorie zufolge wurde Emanuela Orlandi entführt, um eine Freilassung des Türken Mehmet Ali Agca zu erzwingen, der 1981 ein Attentat auf Papst Johannes Paul II.verübt hatte.

Im Herbst vergangenen Jahres waren in einem Vatikan-Gebäude Knochen gefunden worden. Schnell wurde von italienischen Medien eine Verbindung zu dem ungelösten Vermisstenfall hergestellt. Untersuchungen ergaben aber, dass diese Knochen viel älter waren.

fek/ala/dpa/AFP



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