Venedig Männer surfen über den Canal Grande – Bürgermeister lässt nach ihnen suchen

Zwei Männer sind auf motorisierten Boards über den Canal Grande in Venedig gesurft. Weil das verboten ist, bat Bürgermeister Luigi Brugnaro mit einem Video um Hinweise. Mit Erfolg.
Canal Grande in Venedig (2020)

Canal Grande in Venedig (2020)

Foto: Annette Reuther/ dpa

Der Vorfall sorgte bei Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro offenbar für reichlich Ärger: Zwei Männer waren verbotenerweise mit motorisierten Surfboards auf der Hauptwasserstraße Canal Grande unterwegs, mit hoher Geschwindigkeit fuhren sie zwischen Booten auf dem ohnehin hochfrequentierten Kanal umher.

Brugnaro teilte daraufhin ein Video der Surfer auf Twitter: »Schaut, zwei übermütige Idioten, die sich über die Stadt lustig machen«. Er bitte um Hilfe bei der Suche nach den Männern, um »sie zu bestrafen«, schrieb der Bürgermeister. Als Belohnung lobte er ein Abendessen aus – und forderte zugleich weitreichendere Befugnisse für Bürgermeister, um die öffentliche Sicherheit zu schützen.

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Brugnaro fordert offenbar mehr Rechte, um über die Stränge schlagende Touristen in Venedig einzuhegen. In Venedig gelten bereits einige Verbote, die besonders Besuchern der Stadt gewidmet sind. Mit #EnjoyRespectVenezia (»genieße und respektiere Venedig«) fordert die Stadt schon länger Touristen in dem Unesco-Weltkulturerbe zu verantwortungsbewussterem Verhalten auf.

Wer etwa auf dem Boden isst oder trinkt sowie auf Denkmälern sitzt, dem drohen 100 bis 200 Euro Strafe. In den Kanälen zu schwimmen oder dort ins Wasser zu springen ist ebenfalls verboten und kann mit 350 Euro bestraft werden. Auch das Surfen ist dort verboten.

Am Mittwochnachmittag informierte Brugnaro ebenfalls über Twitter über den Erfolg seiner Suchaktion: »Wir haben sie gefunden! (...) Sie werden angezeigt, so wie sie es verdienen!« Die Surfbretter wurden dem 60-Jährigen zufolge beschlagnahmt. Welche Strafen konkret auf die beiden Männer zukommen könnten, sagte der Bürgermeister nicht.

Venedig ist seit Jahren stark vom Übertourismus betroffen. Als Gegenmaßnahme will die Stadt ab dem kommenden Jahr Eintrittsgeld von Tagestouristen verlangen. Laut einer Ankündigung der Stadt sollen sich ab dem 16. Januar 2023 alle Besucherinnen und Besucher von Venedigs Altstadt und kleinerer umliegender Inseln vorab über ein Webportal anmelden müssen – sofern sie nicht vor Ort übernachten.

fek/dpa/AP
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