Mutmaßliches Vergewaltigungsopfer in Indien Verzweifelte 14-Jährige setzt sich selbst in Flammen

Eine Mädchen aus dem indischen Bundesstaat Uttar Pradesh ringt mit dem Tod. Sie hatte sich nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung selbst in Brand gesteckt. Die Familie hatte versucht, das Delikt zu vertuschen.


Neu Delhi - Am Sonntag wurde ein 14-jähriges Mädchen im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh vermutlich Opfer einer Vergewaltigung. Fünf Männer sollen sie abgefangen und missbraucht haben, als sie am Abend ihr Wohnhaus in der Stadt Kosi Kalan im Distrikt Mathura verließ.

Zunächst habe die Familie versucht, den Vorfall zu vertuschen, doch am Dienstag habe die Jugendliche versucht, sich das Leben zu nehmen, sagte ein Polizeisprecher. Zeugen berichteten, das Mädchen habe sich mit Kerosin übergossen und angezündet. "Als ich aufwachte, sah ich sie in Flammen", berichtete ihr Bruder dem Sender NDTV. "Ich schüttete Wasser auf sie, um die Flammen zu löschen."

Inzwischen wurden vier vom Vater des Mädchens identifizierte Männer sowie ein Minderjähriger als Tatverdächtige festgenommen. Sie würden nun befragt, hieß es.

Das Mädchen erlitt bei ihrem Selbsttötungsversuch schwere Verletzungen. 70 Prozent des Körpers sollen verbrannt sein. Sie wird auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt.

Seit der tödlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem Bus 2012 in Neu Delhi gerät das Land immer wieder wegen sexueller Gewalt gegen Frauen in die Schlagzeilen. In Uttar Pradesh werden Frauen offiziellen Statistiken zufolge öfter Opfer von Verbrechen als in den meisten anderen indischen Bundesstaaten.

ala/dpa



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