Vergewaltigungsvorwürfe Neymar erneut stundenlang verhört

Dem brasilianischen Fußballer wird Vergewaltigung vorgeworfen, die Polizei hat ihn dazu erneut befragt. Er gestand, eine Frau geschlagen zu haben - jedoch auf ihren Wunsch. Auch ihr droht juristischer Ärger.

Der brasilianische Fußballspieler Neymar verlässt eine Polizeiwache in Sao Paolo
Andre Penner/AP/DPA

Der brasilianische Fußballspieler Neymar verlässt eine Polizeiwache in Sao Paolo


Das Verhör dauerte mehrere Stunden: Neymar hat sich in Sao Paolo erneut den Fragen der Ermittler stellen müssen. Eine Frau wirft dem 27-Jährigen vor, sie vergewaltigt zu haben. Staatsanwältin Flávia Cristina Merlini sagte nach der Vernehmung, Neymar habe die Vorwürfe zurückgewiesen und alle Fragen zufriedenstellend beantwortet.

Najila Trindade wirft Neymar vor, sie Mitte Mai in Paris in angetrunkenem Zustand und "mit Anwendung von Gewalt" zum Sex gezwungen zu haben. Nach Angaben ihrer früheren Anwälte sprach sie zunächst von einem Angriff, stellte dann aber mithilfe eines anderen Anwalts Strafanzeige wegen Vergewaltigung. Neymar spricht von einvernehmlichem Sex.

Für Nacktfotos posiert

Zu seiner Entlastung veröffentlichte Neymar Chat-Botschaften mit der Brasilianerin und intime Fotos, die sie ihm geschickt haben soll. Die brasilianische Polizei leitete daraufhin Ermittlungen gegen ihn ein: Er könnte gegen den Datenschutz verstoßen haben. Neymar wurde deswegen bereits vergangene Woche von der Polizei befragt.

Laut dem brasilianischen Sender Globo bestätigte der Fußballprofi in der neuen Vernehmung, Trindade geschlagen zu haben. Er habe dies jedoch auf ihren ausdrücklichen Wunsch getan. Für die später von ihm veröffentlichten Nacktfotos habe das vermeintliche Opfer bereitwillig posiert. Er habe zugegeben, vor dem ersten Treffen Alkohol getrunken zu haben. Den Skandal habe er als schlimmstes Erlebnis seiner Karriere beschrieben.

Seinem mutmaßlichen Opfer droht ebenfalls juristischer Ärger. Die Polizei hat das Model wegen Verleumdung angezeigt. In einem Interview mit dem Fernsehsender SBT hatte die Frau behauptet, ihr sei ein Tablet gestohlen worden, auf dem sich eine Videoaufnahme von einem Treffen mit Neymar in Paris befand. Dieses Video soll ihren Angaben zufolge Belege enthalten, dass er sie vergewaltigte.

Als der Moderator entgegnete, die Polizei habe an dem Ort des angeblichen Diebstahls nur Fingerabdrücke der Frau und von einem ihrer Mitarbeiter gefunden, antwortete Trindade: "Die Polizei ist gekauft, nicht wahr? Oder bin ich verrückt?" In ihrer Beschwerde pochte die Polizei nun auf ihre "absolute Transparenz, Neutralität und Unparteilichkeit".

Najila Trindade, das mutmaßliche Opfer von Neymar, im brasilianischen Fernsehen
HO/ SBT/AFP

Najila Trindade, das mutmaßliche Opfer von Neymar, im brasilianischen Fernsehen

Mehrere Anwälte haben es wegen Widersprüchen in ihren Aussagen inzwischen abgelehnt, Trindade weiter zu vertreten. Am Dienstag erklärte der Anwalt Danilo Garcia de Andrade, nicht länger als Rechtsbeistand für die Frau tätig zu sein.

Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen der teuersten Fußballspieler der Geschichte beherrschen in Brasilien die Schlagzeilen. Neymars Heimatland ist Gastgeber der diesjährigen Copa America; der Sportler kann wegen einer Knöchelverletzung jedoch nicht teilnehmen.

jpz/dpa/AFP/sid



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