Vergewaltigungsvorwurf Kachelmann bleibt in Untersuchungshaft

Jörg Kachelmann bleibt auch einen Monat nach seiner Verhaftung weiter im Gefängnis. Der Strafverteidiger des Wettermoderators hat laut Staatsanwaltschaft noch keine Haftprüfung beantragt. Indes versuchen Medienanwälte, die Persönlichkeitsrechte ihres Mandanten zu schützen.

AP

Mannheim - Jörg Kachelmann sitzt seit dem 20. März wegen des Verdachts der Vergewaltigung seiner früheren Lebensgefährtin in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Mannheim - und wird zunächst auch dort bleiben. Es sei noch kein Termin für eine neue Haftprüfung beantragt worden, sagte ein Sprecher der Mannheimer Staatsanwaltschaft am Montag.

Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben weiter von dringendem Tatverdacht aus. Dies würde nach derzeitigem Ermittlungsstand zu einer Anklage gegen den 51-Jährigen führen, sagte Sprecher Andreas Grossmann. Kachelmann hingegen bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Der Wetterexperte war am 20. März auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen im kanadischen Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, seine langjährige Freundin Anfang Februar nach einem Streit in ihrer Wohnung im Rhein-Neckar-Kreis mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Einen ersten Antrag auf einen Haftprüfungstermin hatte der Anwalt des Meteorologen bei einer richterlichen Vernehmung am 24. März zurückgezogen. Es seien "weitere Sachprüfungen erforderlich", teilten Kachelmanns Anwälte damals mit. Am Montag war Strafverteidiger Reinhard Birkenstock nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die auf Medienrecht spezialisierte Kanzlei Höcker hat unterdessen mehrere einstweilige Verfügungen erwirkt, um die Persönlichkeitsrechte ihres Mandanten zu schützen. Das Landgericht Köln hat die Verbreitung von Paparazzi-Fotos verboten, die Kachelmann beim Hofgang in der JVA Mannheim zeigen, wie die Kanzlei vergangenen Freitag auf ihrer Website mitteilte.

Zuvor hatte das Gericht der Kanzlei zufolge bereits die Veröffentlichung von privaten SMS ihres Mandanten sowie von Details zum angeblichen Tat- und Nachtatgeschehen und zur rechtsmedizinischen Untersuchung der Anzeigenerstatterin aus der Ermittlungsakte im Kachelmann-Verfahren verboten.

siu/dpa

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