Vergewaltigungsvorwurf Kachelmann bleibt weiter in Haft

Jörg Kachelmann muss weiter im Gefängnis ausharren. Das Landgericht Mannheim hat eine Entscheidung über die Aufhebung des Haftbefehls erneut verschoben. Die Strafkammer wird erst in der nächsten Woche bekanntgeben, ob der TV-Wettermoderator womöglich freikommt.

ddp

Mannheim - ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann muss weiter auf eine Entscheidung über ein mögliches Ende seiner Untersuchungshaft warten. Das Landgericht Mannheim teilte am Dienstag mit, die Strafkammer werde erst in der kommenden Woche über den Antrag von Kachelmanns Verteidigung auf Aufhebung des Haftbefehls entscheiden. Es müsse erst noch eine weitere Stellungnahme des Verteidigers geprüft werden, erklärte das Gericht.

Ursprünglich hatte es geheißen, die zuständige Strafkammer werde in dieser Woche über den Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls befinden.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hatte Mitte Mai Anklage gegen Kachelmann erhoben. Sie wirft ihm Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Kachelmann soll seine Freundin, die sich der Staatsanwaltschaft zufolge von ihm trennen wollte, in deren Schwetzinger Wohnung unter Vorhalt eines Küchenmessers zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Der Moderator sitzt seit dem 20. März in Mannheim in Untersuchungshaft. Der 51-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Eine neue Wendung nahm der Fall Anfang Juni, als Details über Gutachten bekanntwurden, die Kachelmann entlasten könnten. Nach Informationen des SPIEGEL geht aus einem von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Glaubhaftigkeitsgutachten hervor, dass die Schilderungen der Ex-Freundin, wonach Kachelmann sie in der Nacht zum 9. Februar vergewaltigt haben soll, eklatante Mängel aufweisen. In dem Gutachten stellt eine Bremer Psychologin fest, das mutmaßliche Opfer stelle Sachverhalte dar, die handlungstechnisch unwahrscheinlich bis unmöglich seien. Damit sei allerdings noch keine Falschaussage erwiesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Anklage erhoben, bevor dieses Glaubwürdigkeitsgutachten zu den Aussagen des mutmaßlichen Opfers vorlag. Aber auch in Kenntnis des Gutachtens habe sie keine Veranlassung, die Tat anders zu bewerten, sagte ein Behördensprecher nach Bekanntwerden des Berichts. Der Inhalt sei in der Öffentlichkeit verkürzt dargestellt worden.

siu/dpa/apn/ddp

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