Vermisste Maddie Eltern verlieren Schadensersatzprozess in Portugal

Die Eltern der seit fast zehn Jahren vermissten Maddie McCann haben in Portugal einen wichtigen Prozess verloren. Das Oberste Gericht versagte ihnen eine Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 500.000 Euro.
Kate und Gerry McCann 2010 in London

Kate und Gerry McCann 2010 in London

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images

Das Oberste Gericht in Lissabon hat entschieden: Gary und Kate McCann erhalten keinen Schadensersatz von dem ehemaligen Kriminalinspektor Goncalo Amaral.

Das Ehepaar hatte eine Entschädigung in Höhe von 500.000 Euro eingeklagt, nachdem Amaral in seinem Buch "Die Wahrheit der Lüge" behauptet hatte, die Eltern der seit dem 3. Mai 2007 vermissten Madeleine hätten mit dem Verschwinden der eigenen Tochter zu tun und deren Leiche womöglich selbst beseitigt. Amaral war einer der ersten portugiesischen Ermittler, die nach Maddie gesucht hatten, nachdem sie aus einem Ferienappartement an der Algarve verschwunden war.

Ex-Kriminalinspektor Goncalo Amaral im Jahr 2010

Ex-Kriminalinspektor Goncalo Amaral im Jahr 2010

Foto: Francisco Seco/ AP

Ein Gericht hatte in der ersten Instanz den McCanns den Schadensersatz zugesprochen. Dieses Urteil wurde jedoch in der Berufungsinstanz und nun durch das höchste Gericht in Portugal aufgehoben.

Für die Eltern von "Maddie" ist die Entscheidung ein schwerer Schlag, denn sie haben viel Geld in die jahrelange, von internationalen Medien intensiv begleitete Suche nach ihrer Tochter investiert. "Was uns unsere Anwälte mitgeteilt haben, ist offensichtlich extrem enttäuschend", ließen sie in einer Erklärung verlauten.

Sollten die McCanns für die Anwaltskosten von Amaral aufkommen müssen, würden sie voraussichtlich auf Gelder aus dem 480.000 Pfund schweren "Find Madeleine Fund" zurückgreifen müssen, vermutet die britische "Sun".

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Fall Maddie: Sieben Jahre auf der Suche

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ala
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