Vermisste Emanuela Orlandi Vatikan lässt zwei Gräber öffnen

Auch 36 Jahre nach dem Verschwinden der 15-jährigen Emanuela Orlandi ist der Fall ungeklärt: Jetzt lässt der Vatikan zwei Gräber auf dem deutschen Friedhof ausheben. Ist die Leiche dort begraben?

Die 15-jährige Emanuela Orlandi verschwand 1983
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Die 15-jährige Emanuela Orlandi verschwand 1983


Im Alter von 15 Jahren verschwand Emanuela Orlandi spurlos aus dem Vatikan. Jetzt hat das Vatikan-Gericht die Öffnung zweier Gräber am Campo Santo Teutonico angeordnet. Der Deutsche Pilgerfriedhof liegt südlich vom Petersdom und ist nur über vatikanisches Staatsgebiet zugänglich.

Die Gräber sollen am 11. Juli im Beisein von Anwälten und Familienangehörigen Orlandis sowie der dort Begrabenen geöffnet werden. Knochen und Gewebeteile sollen dem Vatikan zufolge auf ihr Alter untersucht werden, auch ein DNA-Abgleich ist vorgesehen. Man wolle überprüfen, ob die Leiche Orlandis möglicherweise auf dem Gebiet des Vatikanstaats bestattet wurde, erklärte Vatikansprecher Alessandro Gisotti.

Die Tochter eines Vatikan-Hofdieners war am 22. Juni 1983 nach einem Besuch der Musikschule nicht nach Hause gekommen. Bis heute ist unklar, was damals geschah. Die Ermittlungen lagen bei den italienischen, nicht bei den vatikanischen Behörden.

Grabsteine auf dem Campo Santo Teutonico
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Grabsteine auf dem Campo Santo Teutonico

Die Familie Orlandi hatte im Sommer 2018 einen Hinweis erhalten, wonach die Leiche des Mädchens sich auf dem deutschen Friedhof innerhalb der Vatikanmauern befinden könne. Die Anwältin der Familie, Laura Sgrò, hatte einen Brief mit beigelegtem Foto der Grabstätten erhalten. "Sucht dort, wo der Engel hinweist", so die anonyme Botschaft. Gemeint war wohl eine dort aufgestellte Engelsstatue, die den Schriftzug "Ruhe in Frieden" trägt. Die Angehörigen hatten daraufhin den Vatikan aufgefordert, ein Grab zu öffnen.

Die fraglichen letzten Ruhestätten seien zuletzt 2010 bei einer Renovierung durch Steinmetze geöffnet worden, sagte der Rektor des Campo Santo Teutonico, Hans-Peter Fischer, Vatican News.

Seit Jahrzehnten ranken sich Gerüchte und Verschwörungstheorien um den Fall. Unter anderem wurde gemutmaßt, dass das Mädchen von einer Verbrecherorganisation entführt wurde, um Druck auf Vatikanverantwortliche auszuüben, geliehenes Geld zurückzuzahlen. Einer anderen Theorie zufolge wurde Emanuela Orlandi entführt, um eine Freilassung des Türken Mehmet Ali Agca zu erzwingen, der 1981 ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübt hatte.

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Mafia und Vatikan: Der Fall Emanuela Orlandi

Im Herbst vergangenen Jahres waren in einem Vatikan-Gebäude Knochen gefunden worden. Schnell wurde von italienischen Medien eine Verbindung zu dem ungelösten Vermisstenfall hergestellt. Untersuchungen ergaben aber, dass diese Knochen viel älter waren.

ala/dpa



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