Vermisster Mirco S. Polizei setzt Suche fort

Die Polizei gibt nicht auf. Drei Hundertschaften setzen in Grefrath die Suche nach dem vermissten Mirco fort. Dessen Eltern hatten sich zuvor im Fernsehen in einem bewegenden Appell an den mutmaßlichen Täter gewandt. Eine Reaktion darauf ist bislang ausgeblieben.

Fall Mirco: Drei Hundertschaften der Polizei haben die Suche nach dem vermissten Elfjährigen wieder aufgenommen
dapd

Fall Mirco: Drei Hundertschaften der Polizei haben die Suche nach dem vermissten Elfjährigen wieder aufgenommen


Grefrath - Mit drei Hundertschaften hat die Polizei an diesem Montag die Suche nach dem vermissten Mirco aus Grefrath fortgesetzt. Es geht um ein Gebiet in der Umgebung des Klosters Mariendonk nordöstlich von Grefrath. Spürhunde und Hubschrauber sind ebenfalls im Einsatz.

Grund für das erneute Ausrücken war Aussage einer Zeugin. Sie hatte zu Protokoll gegeben, in dem Gebiet zum Zeitpunkt von Mircos Verschwinden einen Schrei gehört zu haben.

Die neue Suchaktion hatte bereits am Sonntag begonnen, wurde am Abend jedoch erfolglos abgebrochen. "Es gibt zwar stündlich neue Hinweise, aber noch keine konkrete Spur", sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

Am Samstag hatten sich Mircos Eltern in einem dramatischen Fernsehappell an den mutmaßlichen Täter gewandt. "Gib uns bitte unser Kind zurück oder sage, wo wir Mirco finden können", flehte Mircos Mutter Sandra S. bei einem gemeinsamen Auftritt mit ihrem Mann Reinhard. "Ich weiß, dass Mirco etwas Schlimmes zugestoßen ist, das fühlt eine Mutter...Ich mache mir Gedanken, ob er friert, hungrig ist, Schmerzen hat, nach mir ruft", sagte sie im WDR-Fernsehen. "Falls das Schlimmste eingetreten ist, müssen wir Abschied nehmen, irgendwie weiterleben."

Am Freitagabend war es genau drei Wochen her, dass Mirco in Grefrath auf dem Heimweg von einem Freund verschwand. Die Polizei befürchtet, dass das Kind einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist: Auf einem Parkplatz bei Grefrath waren Hose und T-Shirt des vermissten Jungen gefunden worden, sein Fahrrad war an einem Feldweg entdeckt worden. Nach wie vor verschwunden ist sein Handy.

Am Freitag rückte die Polizei mit Kameras und Radarwagen an und blitzte alle Fahrzeuge, die in der Umgebung des möglichen Tatorts unterwegs waren. "Mit viel Glück und Zufall ist vielleicht auch der Täter geblitzt worden", sagte der Leiter der Sonderkommission, Ingo Thiel. Zeugen hatten von einem dunklen Kombi an der Stelle berichtet, an der das Fahrrad entdeckt wurde. Über Tage hatten Hundertschaften der Polizei die Umgebung durchkämmt. Aufklärungsjets der Bundeswehr überflogen das Gebiet mit Wärmebildkameras.

kng/dpa



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