Vermummte Täter Unbekannte greifen Berliner Polizeiwache an

Sie warfen Steine, Brandsätze und legten Nägel auf Straßen aus: In Berlin haben Unbekannte eine Polizeiwache angegriffen. Ein Polizist schnappte einen flüchtenden Täter, doch dann kam ein Komplize zu Hilfe.

DPA

Berlin - Zum Schichtwechsel gegen 5.30 Uhr hätten sechs Täter das Revier angegriffen, teilte die Polizei mit. Die Vermummten tauchten vor dem Haupteingang des Abschnitts 51 in der Wedekindstraße auf und warfen Brandsätze und Steine. Dadurch gingen mehrere Fensterscheiben des Gebäudes im Stadtteil Friedrichshain zu Bruch. Ein Brandsatz entzündete sich auf der Treppe und verrußte die Eingangstür stark.

Nach dem Angriff wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt. Das sagte ein Polizeisprecher. Eine 26 Jahre alte Reinigungskraft sei dem Anschlag nur Dank des schnellen Eingreifens von Polizeibeamten unversehrt entgangen. Ein Brandsatz war im Vorraum der Polizeiwache in Flammen aufgegangen. Dort wartete der 26-Jährige auf Einlass wartete. Die Beamten hätten den Mann in das Gebäude gezogen, sagte der Sprecher. Er sei nicht verletzt worden, die Situation aber sehr gefährlich gewesen, da ihm durch die Flammen der Fluchtweg versperrt gewesen sei.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der Leiter der Wache leicht verletzt. Er war aus dem Fenster gesprungen und hatte die Täter verfolgt. Laut Polizei gelang es ihm zunächst, einen Täter zu fassen. Ein Komplize drehte aber um und befreite den Mann. Anschließend flüchteten die Angreifer auf Fahrrädern.

Vor der Attacke auf den Polizeiabschnitt hatten die Täter an vier umliegenden Kreuzungen sogenannte Krähenfüße auf die Fahrbahn gelegt. Die zusammengeschweißten, verbogenen Nägel sollten wahrscheinlich anrückende Polizeifahrzeuge behindern. Den Polizisten gelang es jedoch, andere Autofahrer zu warnen und die Krähenfüße wegzuräumen.

Der Polizeiabschnitt 51 war für die R äumung des besetzten Hauses Liebigstraße 14 in Friedrichshain im Februar zuständig. Nach Angaben des Sprechers ist es bereits der dritte derartige Angriff auf einen Polizeiabschnitt in diesem Jahr. Da eine politische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt der polizeiliche Staatsschutz.

ulz/dapd/dpa



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