Verschleppung aus Herberge Polizei klärt Kindesentführung auf

Im Juni 2009 wurde ein Zehnjähriger im Morgengrauen aus einer Jugendherberge in Rheine entführt - nun ist die Tat aufgeklärt: Die Polizei hat mit Hilfe von DNA-Spuren einen Verdächtigen ermittelt. Der Mann sitzt bereits in Haft.

Jugendherberge in Rheine: Ein Verdächtiger sitzt bereits in Haft
DPA

Jugendherberge in Rheine: Ein Verdächtiger sitzt bereits in Haft


Steinfurt/Rheine - Er schlich sich im Juni 2009 in die Hermann-Rosenstengel-Jugendherberge im münsterländischen Rheine, um 4.45 Uhr hob er einen Jungen aus dem Bett und trug ihn davon. An der Luft kam der Zehnjährige zu sich, der Mann zwang ihn, mit in den Stadtpark zu gehen. Der Kleine musste seine Schlafanzughose ausziehen, doch sonst passierte ihm nichts. Nun, fast ein Jahr später, scheint die Tat aufgeklärt.

Die Polizei habe anhand von DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers einen Verdächtigen ermittelt, sagte der Steinfurter Landrat Thomas Kubendorff am Freitag. Unter Verdacht stehe ein 29-Jähriger, der wegen Eigentums- und Drogendelikten bereits seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitze. Zu den Vorwürfen schweige der Tatverdächtige bislang.

"Wir sind überzeugt, dass er die Tat begangen hat", sagte Polizeiermittler Jürgen Poscher. Aus polizeilicher Sicht sei es ein geklärter Fall. Die Ermittler hatten insgesamt 1000 Menschen überprüft.

Unklar ist, warum der Mann den Jungen im Park laufen ließ, ob er sich etwa gestört fühlte. Der verschreckte Zehnjährige, der aus dem Harz stammt, rannte in die Jugendherberge zurück und weckte seine Mutter, die daraufhin die Polizei alarmierte. Die Beamten konnten im Park die Pyjamahose des Jungen sicherstellen. Auf dieser fanden sich DNA-Spuren.

Ein anfangs vermuteter Zusammenhang mit dem ungeklärten Mord am neunjährigen Dennis aus Niedersachsen sei ausgeschlossen, betonte Kubendorff. Der 29-Jährige komme wegen seines Alters für diese Tat nicht in Frage.

Dennis war 2001 aus dem Schullandheim Wulsbüttel entführt und zwei Wochen später tot aufgefunden worden. Nach Einschätzung der Ermittler wurde der Junge von einem Serientäter ermordet, der für 43 Sexualdelikte im Großraum Bremen und für vier weitere Morde in Schullandheimen, Internaten und Zeltlagern verantwortlich sein könnte.

han/dpa/ddp



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