Verschwundene Maddie Verdächtiger sieht sich als Sündenbock

Der 33-jährige Brite, der im Zusammenhang mit der in Portugal verschwundenen Madeleine von der Polizei verhört wurde, sieht sich als Opfer einer erfolglosen Täter-Fahndung. Robert M. bestreitet, etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun zu haben.


Praia da Luz - Auch am 13. Tag nach dem Verschwinden der vierjährigen Madeleine fehlt von dem Mädchen - und von möglichen Entführern - jede Spur. Der Brite Robert M., dessen Villa an der Algarve nur 100 Meter von dem Bungalow entfernt liegt, aus dem Maddie verschwand, war zwar 19 Stunden lang von der Polizei festgehalten worden, wurde jedoch wegen Mangels an Beweisen gestern wieder auf freien Fuß gesetzt.

Verdächtiger Robert M.: Vom Helfer zum Verdächtigen
AFP

Verdächtiger Robert M.: Vom Helfer zum Verdächtigen

M. sieht sich als Opfer fehl geschlagener Ermittlungen, bezeichnet sich als "Sündenbock": "Diese ganze Sache hier hat mein Leben zerstört", sagte M. dem britischen TV-Sender Sky News. "Für mich und meine Familie ist das alles sehr schwierig. Ich kann das nur überleben, wenn sie Madeleines Entführer finden."

Mehrere Verwandte M.s zeigten sich überzeugt von M.s Unschuld, sprachen von "lächerlichen" Vorwürfen.

M., der seit längerem an der Algarve lebt, war der Polizei zunächst als Übersetzer bei der Zeugenbefragung behilflich. Er soll nach einem Bericht der "Times" auch für Madeleines Eltern bei der Vernehmung gedolmetscht haben.

Nach Hinweisen britischer Journalisten, die sein Verhalten am Tatort "auffällig" fanden, wurde M. vom Helfer zum "Arguido", zum Verdächtigen.

M. selbst, so berichtet die "Times", habe sich der Polizei gestellt, nachdem er bemerkte, dass sein Haus überwacht wurde. Sein Computer wurde von der Polizei beschlagnahmt, ein forensisches Team sicherte Spuren. M. sei jedoch zuversichtlich, dass man nichts Verfängliches finden werde. Er selbst gab an, zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden mit seiner Mutter zu Abend gegessen zu haben.

Die Polizei stellte in der Villa, die M. mit seiner Mutter bewohnt, zwei Computer sowie ein Mobiltelefon sicher.

M.s Freundin, die Deutsche Michaela W., und ihr Ehemann wurden ebenfalls von der Polizei befragt. Über die Ergebnisse wurde bislang nichts bekannt.

SPIEGEL ONLINE / DigitalGlobe / Google Earth

Die vierjährige Madeleine war am 3. Mai aus der Ferienwohnung ihrer Familie an der Algarve-Küste verschwunden, während die Eltern Gerry und Kate in einem nur wenige Meter entfernten Restaurant zu Abend aßen. Ihre zweijährigen Geschwister Sean und Amelie fanden die Eltern friedlich schlafend in ihren Betten vor. Die Eltern sind nach dem Verschwinden des Mädchens in Portugal geblieben und warten verzweifelt auf neue Nachrichten.

Für Hinweise, die die Fahnder auf die Spur des Kindes bringen könnten, ist eine Belohnung in Millionenhöhe ausgesetzt. Die Polizei brach die Suche nach Madeleine in der vergangenen Woche ab, verfolgt aber mehrere Spuren. Sie geht von einer Entführung aus und schließt nicht aus, dass Madeleine ins Ausland verschleppt wurde.

pad/dpa/AFP/AP/Reuters



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