Verschwundene Studenten in Mexiko Ehefrau des Bürgermeisters angeklagt

Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Massaker an Dutzenden Studenten in Mexiko hat die Staatsanwaltschaft zehn Polizisten festgenommen. Zudem wurde in dem Fall nun offiziell Anklage gegen die Frau des Bürgermeisters von Iguala erhoben.

Maria de los Ángeles Pineda: Ins Hochsicherheitsgefängnis von Tepic verlegt
DPA

Maria de los Ángeles Pineda: Ins Hochsicherheitsgefängnis von Tepic verlegt


Mexiko-Stadt - Gut drei Monate nach dem Verschwinden von 43 Studenten ist die Ehefrau des früheren Bürgermeisters von Iguala, Maria de los Ángeles Pineda, offiziell angeklagt worden. Als Grund nannte die Staatsanwaltschaft "ihre wahrscheinliche Verwicklung in organisierte Kriminalität". Die Ermittler halten Pineda für die wichtigste Vertreterin der Drogenbande Guerreros Unidos in Iguala, ihr werden Drogenhandel, Geldwäsche und Entführung vorgeworfen.

Pineda wurde Anfang November nach sechswöchiger Flucht zusammen mit ihrem Mann José Luis Abarca, damals Bürgermeister von Iguala, festgenommen und saß seither in Untersuchungshaft. Inzwischen wurde sie in das Hochsicherheitsgefängnis von Tepic verlegt. Das Paar wird verdächtigt, die Ermordung der 43 Studenten angeordnet zu haben, um eine geplante Protestaktion zu verhindern.

Die Lehramtsstudenten waren Ende September auf dem Rückweg von einer Spendensammelaktion in Iguala von der Polizei festgenommen und mutmaßlich den Guerreros Unidos übergeben worden. Mitglieder der Bande sollen die Studenten ermordet und ihre Leichen verbrannt haben. Nur ein Leichnam konnte aber bisher identifiziert werden.

Wegen des mutmaßlichen Massakers hat die Staatsanwaltschaft am Montag zehn weitere Polizisten festgenommen. Den Beamten der örtlichen Polizei von Iguala im Bundesstaat Guerrero werden Verbindungen zum organisierten Verbrechen und Entführung vorgeworfen, wie Chefermittler Tomás Zerón sagte. Wegen der Tat sitzen mittlerweile 43 Beamte in Haft.

wit/AFP/dpa



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