Vierfachmord Frederik B. soll aus Liebe getötet haben

Neue Erkenntnisse in dem Verfahren um den brutalen Vierfachmord von Eislingen: Der geständige Täter hat das Verbrechen vermutlich aus Liebe zu seinem Freund begangen. Die beiden hätten auch eine intime Beziehung zueinander gehabt, sagte ein Polizist vor Gericht.


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Grausames Verbrechen: Der Vierfachmord von Eislingen

Ulm - "Aus Liebe zum Andreas" zitierte das Landgericht Ulm am Mittwoch den von Frederik B. kurz nach der Tat in einer schriftlichen Stellungnahme angegebenen Grund für das Verbrechen. Laut verlesenem Polizeiprotokoll hat er in seiner Vernehmung auch die Frage, ob das Motiv die Freundschaft zum Sohn der getöteten Familie war, mit einem Nicken beantwortet. Frederik B. hat bereits gestanden, die Eltern und Schwestern seines Freundes Andreas H. auf dessen Bitten Mitte April 2009 in Eislingen (Baden-Württemberg) erschossen zu haben.

Ein Polizist sagte am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht aus, dass Frederik B. in einer Vernehmung erzählt habe, dass er und Andreas H. bei einem Mallorca-Urlaub mit der Familie H. im Jahr 2008 vom Vater im Bett erwischt worden seien. Auf die Frage, ob sie intim gewesen seien, habe Frederik B. genickt, so der Polizist. Beziehungen mit Mädchen habe Andreas H. lediglich als Alibi geführt. "Er wollte nicht, dass es jemand erfährt", habe Frederik dem Beamten erklärt.

Sein Verteidiger Klaus Schulz sagte in einer Verhandlungspause, dass die von Frederik angeführte "Liebe", aber keine "homosexuelle Liebe" gewesen sei. Auch die Eltern von Frederik B. hatten in einem früheren Interview eine homosexuelle Beziehung der beiden Freunde ausgeschlossen. Die Jungen hätten lediglich erstmals eine tiefe und innige Freundschaft erlebt. Andreas H. hatte laut Gericht bereits ausgesagt: "Eine homosexuelle Komponente" bestehe nicht.

jdl/dpa

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