Massaker in Virginia Beach Todesschütze kündigte kurz vor Bluttat seinen Job

Ein Stadtangestellter feuerte in der Verwaltung von Virginia Beach um sich und tötete zwölf Menschen. Berichten, der Mann sei zuvor entlassen worden, tritt die Behörde nun entgegen: Der 40-Jährige habe selbst gekündigt.

Trauernde in Virginia Beach
Sarah Holm/The Virginian-Pilot via AP

Trauernde in Virginia Beach


Der Schütze, der im US-Bundesstaat Virginia zwölf Menschen erschoss, hat wenige Stunden vor seiner Tat seine Kündigung eingereicht. Der städtische Angestellte DeWayne Craddock habe seine Vorgesetzten am Freitagmorgen über seine Absicht informiert, die Verwaltung verlassen zu wollen, sagte der Verwaltungschef von Virginia Beach, Dave Hansen.

Anderslautende Berichte, wonach Craddock entlassen worden sei, wies der Verwaltungschef zurück. "Er wurde nicht gefeuert, und seine Entlassung stand auch nicht bevor", sagte Hansen. Der Mann habe vielmehr selbst per E-Mail erklärt, dass er mit zweiwöchiger Frist seinen Arbeitsvertrag beenden wolle.

Mehr als ein Jahrzehnt bei der Stadt gearbeitet

Nach bisherigen Erkenntnissen habe der Stadtangestellte gut gearbeitet und sei in seiner Abteilung angesehen gewesen. Gegen ihn liefen keinerlei Disziplinarverfahren. Damit ist das Motiv des Todesschützen weiter unklar.

Craddock hatte am Freitagnachmittag in einem Gebäude der Stadtverwaltung offenbar wahllos zwölf Menschen erschossen. Er starb später bei einem Feuergefecht mit Polizisten. Der 40-Jährige war mehr als ein Jahrzehnt bei der Stadt angestellt.

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Virginia Beach: Schütze eröffnet Feuer in Stadtverwaltung

Die Bluttat in Virginia heizte die Diskussion über die Waffengesetze in den USA wieder an. In dem Land, in dem das Recht auf privaten Waffenbesitz in der Verfassung verankert ist, gibt es immer wieder tödliche Vorfälle. Nach Angaben der Organisation Gun Violence Archive war der Angriff in Virginia Beach bereits der 150. Fall von Waffengewalt in diesem Jahr, bei dem vier oder mehr Menschen angeschossen oder getötet wurden.

Der Parteivorsitzende der Demokraten, Tom Perez, sagte bei CNN: "Wir können etwas dagegen tun." Der Waffenlobby-Organisation NRA müsse der Kampf angesagt werden. Bemühungen von Organisationen, strengere Waffengesetze zu erkämpfen, scheitern am Widerstand vor allem konservativer Politiker und der NRA. Präsident Donald Trump hatte bei einer NRA-Veranstaltung im April betont, seine Republikaner seien die Partei, die das Recht auf Waffenbesitz schütze.

Im Video: Kill Zone USA - Waffengewalt in Amerika

Studio Hamburg/NDR

apr/AFP/dpa



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