Virginia Tech Chinesische Studentin an US-Uni geköpft

Grausame Tat in der Cafeteria: Knapp zwei Jahre nach dem Amoklauf eines Studenten in Blacksburg ist die Hochschule Virginia Tech erneut Schauplatz eines Mordes geworden. Vor den Augen mehrerer Zeugen köpfte ein chinesischer Student eine Kommilitonin.

Washington - Der Angriff geschah ohne Vorwarnung: Den Berichten der Augenzeugen zufolge ging der 25-jährige Zhu Haiyang mit einem Küchenmesser auf seine drei Jahre jüngere Kommilitonin Xin Yang los. Der Attacke sei kein Streit vorausgegangen. Yang war erst vor rund zwei Wochen an die Virginia Tech gekommen und hatte sich seither in verschiedenen Projekten engagiert, um Anschluss zu finden.

Die Leiterin des Zentrums für die Belange von Austauschstudenten, Kim Beisecker, sagte, Yang habe den mutmaßlichen Täter erst vor kurzem kennengelernt. Zhu sei Doktorand in den Fächern Agrar- und Angewandte Wirtschaftswissenschaften gewesen und habe Yang in ihrer ersten Zeit an der neuen Uni begleitet.

"Sie war eine sehr liebenswerte junge Frau", sagte Beisecker. "Er war als ein höflicher junger Mann bekannt." In den Akten der Uni hatte Yang Zhu als eine der Personen aufgeführt, die bei einem Notfall kontaktiert werden sollten.

Wie die Universitätszeitung "The Collegiate Times" berichtete, ging bei der Polizei kurz nach der Tat am Mittwochabend ein Notruf ein. Am Tatort fanden die Polizisten demnach den Täter vor, der den Kopf seines Opfers in der Hand hielt. Die Motive sind bislang unklar. Ersten Erkenntnissen zufolge waren die beiden chinesischen Studenten miteinander bekannt. Zhu wurde wegen Mordes angeklagt und in Haft genommen.

Zhu soll in einem chinesischsprachigen Forum Anfang des Monats über hohe Verluste an der Börse und andere Probleme geklagt haben. Darin heißt es: "Große Verluste. In der letzten Zeit bin ich so frustriert, dass ich darüber nachdenke, jemand anderes oder mich umzubringen."

Der Sprecher der Virginia Tech, Mark Owczarski, sprach von einem "grauenhaften und tragischen Fall" angesichts der Tatsache, dass die Schule schon genügend "Leid und Horror" erlebt habe.

"Ein solcher Akt der Gewalt bringt die Erinnerungen an den 16. April 2007 zurück", sagte Uni-Präsident Charles Steger. "Ich habe keine Zweifel, dass viele von uns besonders bestürzt über die Tat sind."

han/AFP
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