Vorfall bei Karnevalszug Zweiter Festgenommener soll "Gaffer" sein

Die Ermittler haben neue Informationen zu dem zweiten Festgenommenen nach dem Vorfall in Volkmarsen bekannt gegeben: Der Mann soll ein "Gaffer-Video" erstellt haben.
Einsatzort in Volkmarsen

Einsatzort in Volkmarsen

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THILO SCHMUELGEN/ REUTERS

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Vorfall bei einem Rosenmontagsumzug gegen einen zweiten Mann: Ihm wird eine Verletzung des "höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" vorgeworfen.

Er soll gefilmt haben, wie ein Mann im hessischen Volkmarsen in die Menge fuhr. Es handle sich womöglich um ein "Gaffer-Video", teilten die Ermittler mit . Es besteht Verdacht, dass die "Hilflosigkeit von Personen im Fokus der Aufnahme" steht, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft dem SPIEGEL sagte. Die Aufnahme gehe offenbar über ein normales Zeugenvideo hinaus.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge fuhr ein 29-Jähriger Montag gegen 14.45 Uhr mit hoher Geschwindigkeit in eine Personengruppe. 52 Menschen wurden laut Polizei verletzt, darunter 18 Kinder. Der Fahrer war unmittelbar nach der Tat festgenommen worden.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der Mann sei nicht alkoholisiert gewesen. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher.

Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, der Fahrer habe mit einem Mercedes-Kombi die Absperrung umfahren und sei dann mit Vollgas auf die Menschenmenge zugesteuert. Die Zeugen hatten demzufolge den Eindruck, dass der Fahrer es vor allem auf Kinder abgesehen hatte. Die Polizei äußerte sich dazu nicht.

SPIEGEL-Informationen zufolge war der Autofahrer bislang nicht als Extremist aufgefallen. Allerdings war der Mann der Polizei nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wegen Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung bekannt.

jpz/dpa