Vorwurf der versuchten Vergewaltigung Journalistin will Strauss-Kahn anzeigen

Sein Hausarrest in den USA ist aufgehoben - jetzt droht Dominique Strauss-Kahn ein neues Verfahren in Frankreich. Die Journalistin Tristane Banon will Anzeige gegen den Ex-IWF-Chef erstatten. Er soll vor neun Jahren versucht haben, sie zu vergewaltigen.

Reuters

Paris - Der Fall Dominique Strauss-Kahn nimmt eine neue Wendung: Die Journalistin Tristane Banon hat dem zurückgetretenen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) versuchte Vergewaltigung vorgeworfen - knapp zwei Monate nach dessen Festnahme wegen eines angeblichen Sexualdelikts in den USA. Die Französin will wegen des angeblichen Übergriffs am morgigen Dienstag Anzeige gegen Strauss-Kahn erstatten. Das teilte ihr Rechtsanwalt David Koubbi am Montag in Paris mit.

Banon wirft Strauss-Kahn vor, sie 2002 auf dem Weg zu einem Interview sexuell bedrängt zu haben. Die damals 22-Jährige hatte auf Anraten ihrer Mutter, einer Kommunalpolitikerin in Strauss-Kahns sozialistischer Partei, auf eine Anzeige gegen den Freund der Familie verzichtet.

Nach französischem Recht verjähren Sexualdelikte nach drei Jahren, bei versuchter Vergewaltigung beträgt die Frist jedoch zehn Jahre. Banon hatte im Mai im französischen Fernsehen erklärt, heute bedauere sie die Entscheidung, keine Anzeige zu erstatten. Das Verhalten des ehemaligen Top-Managers verglich sie mit dem eine "Schimpansen". So sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, Strauss-Kahn habe versucht, ihr die Kleidung auszuziehen.

Zuletzt hatte Anwalt Koubbi noch betont, es werde kein neuer Prozess in Frankreich angestrebt, bis die Verhandlung in den USA beendet sei. Nun habe man sich aber doch entschieden, die Sache voranzutreiben, sagte er.

Strauss-Kahn wird in den USA die versuchte Vergewaltigung einer Hotelangestellten vorgeworfen. Weil der Staatsanwaltschaft jedoch erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin gekommen sind, könnte die Anklage in sich zusammenbrechen. Die Frau stehe womöglich mit "kriminellen Aktivitäten" in Verbindung, meldete die "New York Times".

Zweifel an der Aussage der Klägerin

Zwar hätten forensische Tests "zweifelsfreie Beweise" gefunden, dass es zwischen Strauss-Kahn und der Frau zum Sexualverkehr gekommen sei, so die "NYT" weiter. Doch selbst die Staatsanwaltschaft nehme inzwischen Abstand von der Klägerin, auf deren Aussage allein die Anklage fußt: Seit ihren anfänglichen Behauptung habe die 32-jährige Frau aus Guinea, deren Identität bisher geheimgehalten wurde, "wiederholt gelogen".

Am Freitag hob ein Gericht in New York den Hausarrest gegen Strauss-Kahn auf. Seinen Reisepass erhält er aber vorerst nicht zurück, das Verfahren läuft weiter.

Strauss-Kahn soll im Mai ein Zimmermädchen des New Yorker Luxushotels Sofitel zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. Auf öffentlichen Druck legte er seinen Posten als Chef des Internationalen Währungsfonds nieder.

Seit Ende Mai stand Strauss-Kahn unter Hausarrest und durfte das gemietete Townhouse in Manhattan nicht verlassen. Zudem musste er eine Kaution von sechs Millionen Dollar hinterlegen und elektronische Fußfesseln tragen.

jok/Reuters/dapd

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holk1ng 04.07.2011
1. und täglich...
...grüßt das Murmeltier. Man kann manchen Frauen nur raten, das Thema "Vergewaltigung" nicht zu überstrapazieren, denn sonst leidet die Glaubwürdigkeit irgendwann extrem! Was für ein Zufall, dass der Journalistin gerade jetzt einfällt, dass sie auch vergewaltigt worden ist...jeder der auch von DSK belästigt wurde soll jetzt die Hand heben!
braintainment 04.07.2011
2. Dr.
Vielleicht meldet sich ja auch noch ein ehemaliger Mitschüler von ihm, dem er damals ein Butterbrot geklaut hat... Gut, dass es Verjährungsfristen gibt!
NoMaHu 04.07.2011
3. Alte Rabattbücher
Zitat von sysopSein Hausarrest in den USA ist aufgehoben -*jetzt droht Dominique Strauss-Kahn ein neues Verfahren in Frankreich. Die Journalistin Tristane Banon will Anzeige gegen den Ex-IWF-Chef erstatten. Er soll*vor neun Jahren versucht haben, sie zu vergewaltigen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,772283,00.html
Bin mal gespannt, wie sie beweisen will, daß sie die rechtmäßige Besitzerin des Rabattbuches ist, das sie jetzt nach so vielen Jahren einlösen möchte.
senn-heist-er 04.07.2011
4. mit aller Macht?
jetzt wird die vorgeschickt? Dieses Schmierentheater wird immer abstruser. Wenn das keine Absichtlichkeit ist heiß ich Adolf. Was weiß der gute Mann und darf es nicht sagen? Das ist doch die blanke Verschwörung:-)
Nr82136 04.07.2011
5. ...
Zitat von sysopSein Hausarrest in den USA ist aufgehoben -*jetzt droht Dominique Strauss-Kahn ein neues Verfahren in Frankreich. Die Journalistin Tristane Banon will Anzeige gegen den Ex-IWF-Chef erstatten. Er soll*vor neun Jahren versucht haben, sie zu vergewaltigen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,772283,00.html
Schau'n mar mal, was Tristane alles auftischt. Eine ergiebige Phantasie hat die Schriftstellerin ja. Zeugen gibt es keine, Spuren dürfte man nach neun Jahren keine mehr finden. Publicity macht sich immer gut.
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