Klage von Unterwäscheverkäuferin Körbchengröße bleibt Privatsache

Ein schwedisches Unterwäschelabel nötigte seine Mitarbeiterin, ihre Körbchengröße auf dem Namensschild anzugeben. Jetzt muss die Firma der Frau Schadensersatz zahlen: Die Angestellte sei in ihrer Würde verletzt worden, urteilte ein Schiedsgericht.

Schaufensterpuppen mit Damenwäsche: "Großer Sieg für die Würde der Angestellten"
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Schaufensterpuppen mit Damenwäsche: "Großer Sieg für die Würde der Angestellten"


Stockholm - Eine Unterwäscheverkäuferin in Schweden hat erfolgreich auf Schadensersatz gegen ihren Arbeitgeber geklagt. Dieser hatte sie dazu angehalten, ihre Körbchengröße auf dem Namensschild anzugeben. Weil die Damenwäsche-Kette Change die junge Frau zur Preisgabe der intimen Details nötigte, wurde sie von einem Schiedsgericht zur Zahlung von 50.000 Schwedischen Kronen verurteilt - umgerechnet rund rund 6000 Euro. Durch die betriebliche Anweisung sei die Mitarbeiterin sexuell diskriminiert und in ihrer Würde verletzt worden, argumentierten die Richter.

Die inzwischen nicht mehr für Change tätige Frau war von der Kette verpflichtet worden, auf ihrem Namensschild auch ihren Brustumfang zu vermerken. Ihre Proteste wurden von der Firmenleitung mit der Begründung abgeschmettert, den Kunden so besseren Beratungsservice bieten zu können.

Das Vorgehen der Firma ist umso erstaunlicher, als Arbeitgeber in der auf Gleichberechtigung bedachten schwedischen Gesellschaft normalerweise penibel darauf achten, ihren Ruf nicht durch diskriminierende Vorgaben zu schädigen.

Die Gewerkschaft der Beschäftigten im Einzelhandel hatte die junge Frau im Prozess vertreten und begrüßte das Urteil gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT als "großen Sieg für die Würde der Angestellten". Neben der Entschädigung für die Klägerin muss Change auch die Prozesskosten tragen.

rls/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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siebke 10.04.2013
1. Tja!
Was es nicht alles gibt.......für die Herren.....Namensschilder mit cm-Grösse.Gut das die Dame vor Gericht gegangen ist...Mann/Frau braucht DAS nicht! Denke Name reicht!
Tom Joad 10.04.2013
2. Wie blöd ist das denn?
Das in Schweden, einem Land, das als Vorreiter der Emanzipation gelten darf! Und die Körbchengröße einer Frau erkennt man doch sowieso auf einen Blick!?
MarioDeMonti 10.04.2013
3. Einige Fragen
Zitat von siebkeWas es nicht alles gibt.......für die Herren.....Namensschilder mit cm-Grösse.Gut das die Dame vor Gericht gegangen ist...Mann/Frau braucht DAS nicht! Denke Name reicht!
Wie dummdreist können manche Firmen sein? Wieviele Frauen sitzen in der Geschäftsführung? Tragen die Unterwäscheverkäuferinnen in Schweden bei der Arbeit dicke Wollpullis? Warum verkauft sich dann dieses Modell so gut? Add 2 Cup Sizes with Bombshell: Sexy Smooth & Lace Push-Up Bras at Victoria's Secret (http://www.victoriassecret.com/bras/bombshell?pageAt=all) Für Mann gibt es ja immer noch die zusammengerollte Socke im Schritt, was aber bei Frauen wahrscheinlich zu ähnlichen Enttäuschungen führt wie solche BHs bei Männern ;-) Bitte diesen Beitrag nicht so ernst nehmen, und nochmal Glückwunsch an die schwedische Unterwäscheverkäuferin. Mann/Frau muss sich wirklich nicht alles gefallen lassen.
kumi-ori 10.04.2013
4. optional
Nicht mal lustig, einfach nur lächerlich. Schlimmer als die "sexuelle Diskriminierung" finde ich die "Doofheits-Diskriminierung" von Verkäuferinnen wie Kunden
felisconcolor 11.04.2013
5. Hm wie oft
Zitat von sysopEin schwedisches Unterwäschelabel nötigte seine Mitarbeiterin, ihre Körbchengröße auf dem Namensschild anzugeben. Jetzt muss die Firma der Frau Schadensersatz zahlen: Die Angestellte sei in ihrer Würde verletzt worden, urteilte ein Schiedsgericht. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/waescheverkaeuferin-muss-koerbchengroesse-nicht-auf-namensschild-angeben-a-893676.html
stehen Männer in den Geschäften und möchten Unterwäsche für die ihnen nahe stehende Frau kaufen. Sie lassen sich beraten und auf die Frage welche Körbchengröße folge dann meist ein gestammeltes "Na ja so in etwa wie sie" Und die Firma wollte den Männern die Schmach ersparen zugeben zu müssen das sie die Körbchengröße ihrer Liebsten nicht kennen und dann auch noch Fragen zu müssen. So hätte ein einfacher Blick auf das Namensschild gereicht. Sry Change, war wohl nett gemeint für uns Männer. Aber so gehts nun wirklich nicht. Das sage ich als Mann. Und ich kenne die Körbchengröße meiner Gefährtin mittlerweile auch. Die bekommt man schon raus auch wenn man nicht so der Wäschespezialist ist. Zur Not steht sie auf einem Aufnäher am BH oder man besorgt sich klammheimlich den Pappanhänger wenn Sie mal einkaufen war.
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