Bewaffnete Schüler "Starker Anstieg bei Messern"

In Deutschland steigt der Anteil der Jugendlichen, die sich mit Messern bewaffnen. Jeder Fünfte gab nach SPIEGEL-Informationen bei einer Befragung 2017 an, gelegentlich eine Klinge dabeizuhaben.

Klappmesser in der Schule (Symbolbild)
Oliver Berg/dpa

Klappmesser in der Schule (Symbolbild)


Das Messer als Begleiter: Jeder fünfte Jugendliche gab 2017 an, gelegentlich eine Klinge dabeizuhaben. Das berichtet die Soziologin Marie Christine Bergmann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL.

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"Wir sehen einen starken Anstieg bei Messern", sagt Bergmann. Jungen würden deutlich häufiger als Mädchen über mitgeführte Messer berichten und "deutsche etwas mehr als ausländische Schüler". Ihr Team befragt seit 2013 jedes Jahr 10.000 niedersächsische Neuntklässler nach mitgeführten Waffen.

Als Gegenmaßnahme plädiert Bergmann für Prävention. Da ein Risikofaktor für die Bewaffnung sei, wenn Jugendliche zu Hause Gewalt erlebten, sollte in den Elternhäusern angesetzt werden. Auch über daheim erlebte Prügel berichteten mehr Schüler als zuvor.

Öffentliche Messerverbotszonen beurteilt die Forscherin zwiespältig. Zwar sei es positiv, wenn durch angekündigte Kontrollen weniger Messer mitgeführt würden. Sie sei aber skeptisch, ob Verbote das Sicherheitsgefühl der Bürger steigerten oder, im Gegenteil, senkten. "Bereits die derzeitige Verbotsdiskussion", sagt Bergmann, "schürt das Vorurteil, jeder laufe mit einem Messer durch die Gegend."

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