Schleswig-Holstein Polizisten beschlagnahmen Waffen von "Reichsbürger"-Ehepaar

"Reichsbürger" erkennen den Staat nicht an. In Norden Schleswig-Holstein haben Spezialkräfte der Polizei nun ein älteres Ehepaar aus der Szene entwaffnet. In Sachsen-Anhalt verletzte ein Anhänger zwei Polizisten.

Mit Unterstützung eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben Polizisten einem älteren "Reichsbürger"-Ehepaar in Schleswig-Holstein diverse Schusswaffen abgenommen. Gegen den 73-Jährigen und die 69-Jährige aus Handewitt nahe Flensburg werde wegen einer Straftat nach dem Waffengesetz ermittelt, erklärte die Flensburger Polizei nach dem Einsatz .

Die Waffen habe das Ehepaar wie aufgefordert an die Beamten übergeben. Die Eheleute besaßen den Angaben zufolge je zwei Pistolen, zwei Revolver und zwei Gewehre kleinen sowie großen Kalibers samt zugehöriger Waffenbesitzkarten. Sie waren Sportschützen und wurden von der für die Waffenaufsicht zuständigen Behörde als unzuverlässig eingestuft.

Der Polizei zufolge bezeichneten sich beide Senioren in Erklärungen gegenüber den örtlichen Behörden selbst als "Reichsbürger". Anhänger dieser Gruppierung erkennen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Vertreter nicht als legitim an und betrachten sich nicht als deren Bürger.

"Reichsbürger" in Sachsen-Anhalt zerreißt Haftbefehl

In Sachsen-Anhalt verletzte ein "Reichbürger" zwei Polizisten. Die beiden Beamten hatten in Schönebeck einen Haftbefehl gegen den 68-Jährigen vollstrecken wollen. Dabei habe er sich heftig gewehrt, teilte die Polizei mit. Den Haftbefehl zerriss er, beleidigte die Polizisten und schlug ihnen die Türe entgegen. Die Beamten konnten den Mann dennoch überwältigen und nahmen ihn mit. Er sollte 20 Tage absitzen. Den Grund dafür teilte die Polizei nicht mit. Erst vor zwei Wochen hatte ein "Reichsbürger" bei einem Einsatz in Bayern einen Polizisten erschossen.

Zugleich hat sich aber auch die Anzahl an Disziplinarverfahren gegen Polizisten, die im Verdacht stehen, der "Reichsbürger"-Szene nahezustehen, einer Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" zufolge binnen kurzer Zeit vervielfacht.

apr/AFP/dpa
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